Gladiatorenspiele (munera)

Gliederung:

1. Ursprung der Spiele

2. Austragungsort Ablauf

3. Über die Teilnehmer

4. Ende der Spiele Ursprung der Spiele

1. Die Gladiatorenspiele entstanden im Zusammenhang mit aristokratischen Begräbnisspielen. Man glaubte, dass die Seelen der Verstorbenen durch Menschenblut versöhnt würden, und so opferte man Kriegsgefangene und Sklaven minderer Qualität, die extra für diesen Zweck gekauft wurden.

Der erste dokumentierte Kampf fand 264 v. Chr. im Forum Boarium statt. In den darauf folgenden 200 Jahren häuften sich die Spiele zunehmend. 64 v. Chr. ließ Caesar 320 Gladiatorenpaare zu Ehren seines Vaters gegeneinander kämpfen.

In der Zeit der späten Republik tritt die Religion in den Hintergrund und politische und spektakuläre Beweggründe nehmen ihren Platz ein.

2. Austragungsort

Das erste Steinamphitheater wurde 29 v. Chr. durch C. Statilius Taurus gebaut. 2 v. Chr. wurde es umgerüstet, so dass auch Naumachia in ihm abgehalten werden konnten.

Der wohl bekannteste Austragungsort für Gladiatorenspiele ist das Koloseum dessen Bau erst 80 n. Chr. fertiggestellt worden ist. Vorher wurden die Kämpfe im Circus Maximus oder auf dem Forum abgehalten.

Das Koloseum hatte 14 Stockwerke und 50.000 Plätze. Die Einweihungsfeier dauerte 100 Tage. Dabei sind 10.000 Tiere und 3.000 Gladiatoren gestorben.

3. Ablauf

Die spiele fanden später 1 mal täglich statt, so dass sich bald ein geregelter Tagesablauf einbürgerte. Am Abend vor ihrem "Auftritt" gab es ein Festmahl der Gladiatoren, das Cena Libera. Morgens ließ man als erstes Verbrecher(meist Juden oder Christen) durch Tiere hinrichten. Dann folgte der offizielle Beginn. Die Gladiatoren liefen vor den jeweiligen Magistrat und begrüßten ihn mit den Worten: "Ave, de morituri te salutant!"

Darauf waren Schaukämpfe (Hoplomachie) an der Reihe. Sie dienten zur Einstimmung des Publikums. Danach folgten blutige Jagten (Venationes) in verschiedenen Variationen, d.h. Mensch gegen Tier oder nur Tiere gegeneinander, wobei die Tiere manchmal sogar extra dressiert wurden um mehr Show zu bieten. Den Abschluss bildeten dann die eigentlichen Gladiatorenkämpfe. Im Losverfahren wurde bestimmt wer gegen wen kämpfte. Manchmal wurden sogar große Seeschlachten (Naumachia) inszeniert.

Der Sieger wurde gut belohnt. Ob er jedoch seinem Gegenüber den Todesstoß versetzen durfte, entschied der Magistrat mit dem berühmten Daumen. Hob er den Daumen so schenkte er dem Gladiator das Leben, senkte er jedoch seinen Daumen bedeutete dies den Tod! Allerdings lassen sich auch Hinweise finden, dass diese Regelung genau umgekehrt galt.

Über die Teilnehmer

Die Gladiatoren waren Volkshelden im römischen Imperium und manche von ihnen waren sogar regelrechte Sexsymbole.

Die verschiedenen Waffengattungen der Gladiatoren waren die Samniten, die mit Schwert und Schild kämpften, die Thraker mit Rundschild und Dolch und nicht zuletzt Rebiariten mit Netz und Dreizack. Die Gladiatoren wurden in speziellen Schulen in der Arena ausgebildet.

Besonders beliebt beim Publikum waren Exoten wie Menschen mit farbiger Haut oder

Kleinwüchsige. Auch unter den Tieren waren die Exoten gefragt. Hier wollte man nicht nur Wölfe sehen, sondern auch Giraffen und Löwen, die man extra in Afrika fangen und nach Rom bringen ließ um sie zu töten.

4. Ende der Spiele

Die Gladiatorenspiele fanden ein jähes Ende, als die christlichen Kaiser im 5. Jh. n. Chr. an die Macht kamen und die Spiele abschafften.

Benjamin Saß 04.10.2000