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Die Gründung Roms Andreas Lysek, Sebastian Schnaidt Die Sage
Der Sage nach soll Rom von Romulus gegründet worden sein. Der König Amulius hatte Angst, vom Thron gestoßen zu werden. Deshalb ließ er die Söhne seines Bruders Numitor, dem rechtmäßigen Thronfolger, töten und dessen Tochter Rhea Silvia zu einer Priesterin machen, sodass sie sich nicht vermählen konnte. Doch der Kriegsgott Mars verliebte sich in die schöne Jungfrau und vermählte sich heimlich mit ihr. Bald darauf gebar sie die Zwillinge Romulus und Remus. Als der König Amulius dies bemerkte, lies er Silvia töten und die Zwillinge in den Tiber werfen. Aber sie hatten Glück und blieben in der Böschung hängen. Da ihr Vater, der Gott Mars, sich um sie sorgte, schickte er ihnen eines seiner heiligen Tiere, eine Wölfin. Diese Wölfin säugte die Kinder bis der Hirte Faustulus die beiden sah und sie zu seiner Frau brachte. Hier bekamen sie ihre Namen Romulus und Remus. Als Faustulus von Silvias Tod hörte, wusste er, dass er die Enkel Numitors gerettet hatte, behielt dieses Geheimnis aber für sich da er die Rache des Königs Amulius fürchtete. In der ländlichen Gegend wuchsen Romulus und Remus zu kräftigen jungen Männern heran und eines Tages trafen sie auf den vertriebenen König Numitor, der sich dort auf ein Gehöft zurückgezogen hatte. Er erkannte, dass er den beiden unheimlich ähnlich sah und Faustulus gab zu, dass dies seine beiden Enkel seien. Nun scharten Romulus und Remus viele Männer um sich, zogen nach Alba Longa und töteten den König Amulius. Numitor wollte, dass die beiden als Doppelkönige Alba Longa lenken sollten, aber die beiden Brüder beschlossen, an der Stelle, wo sie ausgesetzt worden waren, eine Stadt zu gründen. Romulus spannte zwei weiße Rinder vor einen Pflug und führte sie im Viereck um den Palatin herum. Die aufgeworfene Erde sollten Wall und Graben kennzeichnen und an den Stellen, wo später die Tore sein sollte, hob Romulus seinen Pflug an und trug ihn. Doch dann entbrannte zwischen den Zwillingen, ein Streit, wer der Stadt den Namen geben und König sein sollte. Numitor riet ihm, den Willen der Götter durch den Vogelflug zu erkunden. Lange warteten die beiden, Romulus auf dem Berg Palatin und Remus auf dem Aventin auf ein göttliches Zeichen. Dann umkreisten sechs Geier den Berg von Remus und er glaubte, dies sei das Zeichen, dass er König werden sollte. Aber kurz darauf überflogen den Berg von Romulus zwölf Geier unter Blitz und Donner. Aber Remus wollte dies nicht akzeptieren und verspottete seinen Bruder, indem er über die niedrige Mauer der neuen Stadt sprang, die Romulus aufgeschichtet hat. Romulus empfand das als einen ungeheuren Frevel, sodass er seinen Bruder auf der Stelle mit dem Schwert erschlug und sagte "So möge es jedem ergehen, der diese Mauer zu übersteigen wagt!" So wurde Romulus König und gab der Stadt seinen eigenen Namen "Rom".
Entstehung der Sage
Höchstwahrscheinlich ist diese Sage von den Griechen erfunden worden, die die immer mehr wachsende Stadt in ihren Historischen Horizont eingliedern wollten. die Römer selbst haben diesen Mythos wohl erst später übernommen, um ihre gewachsene Herrschaft vor allem gegenüber den Griechen zu legitimieren und haben noch weiter an ihm gearbeitet. Dass die Römer nicht selbst wussten, wann Rom gegründet worden war, lag daran, dass es in Rom nicht von Anfang an eine Geschichtsschreibung gegeben hat, sondern lediglich Listen von den in den einzelnen Jahren herrschenden Konsuln.
Die wahre Geschichte
Der wahre Zeitpunkt der Gründung Roms wird vor allem aus Bodenfunden berechnet. Danach gab es auf dem Palatin und wohl auch in der näheren Umgebung mehrere früheisenzeitliche Siedlungen, die bis in das 10./9. Jahrhundert v. Chr. hineinreichten. Im 8. Jahrhundert wurde auch der Quirinalshügel besiedelt. Wie auch die Niederung und insbesondere das Forumtal. Das hügelige Gebiet, das später die Stadt Rom einnahm, war besonders günstig, da hier im Tiber eine kleine Insel ist, die einen besonders leichten Übergang über den Fluss sichert, wo die Hauptroute aus dem etruskischen Gebiet nach Latium und weiter durch das Trerus-Tal nach Kampanien den Fluss überquerte. Auch endete hier die Schiffbarkeit des Flusses. Man schätzt, dass Rom um ca. 600 v. Chr. durch den Zusammenschluss von Kleinsiedlungen auf dem Palatin und den Hügeln der vorher politisch unabhängigen und ethnisch ungleichen Latinern und Sabinern zu einer Stadt geworden ist. Diese These kann man auf alte religiöse Einrichtungen der Römer stützen, die in nicht zu erklärender doppelter Ausführung bestanden.
Einfluss der Etrusker auf die Gründung Roms
Die Stadt Rom kann nicht ohne die Hilfe der Etrusker entstanden sein, denn die städtische Siedlungsform befindet sich seit dem 9./8. Jahrhundert unmittelbar nördlich von Rom in Etrurien, wohingegen die erste griechische Stadt erst hunderte von Kilometern weiter südlich lag. Auch der Name Roma ist etruskisch. Er ist von einem etruskischen Geschlecht der Romulier abgeleitet. Die Herrscher Roms haben etruskische Insignien, wie den Goldkranz, die goldbestickte Purpurtunika, den verzierten Purpurmantel, die Schnabelschuhe, das Rutenbündel mit dem Beil und der Klappstuhl. So muss man mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass die eigentliche Stadtgründung das Werk eines Etruskers war, der als Herrscher das neue politische Gebilde lenkte. |