Stammbaum der Aeneis
Die Sage um Aeneas kann man auch als die Sage um die Gründung der Stadt Rom bezeichnen, denn Aeneas ist der Urvater der gens Julia, aus der später aus der Verbindung der Rhea Silvia mit dem Kriegsgott Mars (siehe Stammbaum) die Zwillinge Romulus und Remus hervorgingen. Aeneas Abstammung wiederum geht bis auf den olympischen Göttervater Kronos (röm. Saturnus) und dessen Vater Uranos (beide: siehe Stammbaum) zurück. Somit sind die römischen Ur-Ur-Ur-...väter (oder wie man es auch immer nennen mag) die höchsten Götter im römischen und griechischen Glauben und der Stammbaum der römischen Bevölkerung bekommt der Sage nach eine bedeutende göttlichen Komponente. Dieses bedeutet auch eine Vereinigung der zahlreichen Sagengestalten und den mit ihnen verbundenen Überlieferungen in diesem Stammbaum. Mit dessen Hilfe sollen nun gewisse Zusammenhänge, die in Verbindung mit der Aeneas-Sage stehen, verdeutlicht werden. Weitere Sagen, die nicht in direktem Zusammenhang mit der Aeneis stehen, können folgendermaßen mit Hilfe des Stammbaums aufgerufen werden: Alle Personen in der Ahnentafel, bei denen beim Draufziehen der Mouse eine Hand erscheint, können angeklickt werden sie sind mit der zu ihnen gehörenden Erläuterung verlinkt. Dabei ist zu beachten, dass hier aufgrund der Größe der Page nur die wichtigsten Informationen gegeben werden können, zur tiefgreifenderen Lektüre empfehlen sich spezielle Lexika über die mythologischen Gestalten.
Doch nun zurück zu Aeneas: Der troianische Krieg (1194-1184 vor Chr.) spielt in vielen griechischen Sagen eine bedeutende Rolle. Da auch die Aeneas-Sage im troianischen Krieg ihren Ursprung hat, soll mit der Einordnung der zugehörigen Überlieferungen kurz vor dem troianischen Krieg begonnen werden:
Ein berühmter Mythos ist die Geschichte um die Entführung der Helena (siehe Stammbaum) durch Paris (siehe Stammbaum). Sie ist der Grund für den Ausbruch des troianischen Krieges. Es geht darum, dass bei der Hochzeit von Pereus und Thetis, den Eltern des griechischen Helden Achilles, ein Streit zwischen Aphrodite (röm. Venus), Hera (röm. Juno) und Athene (alle drei: siehe Stammbaum) darüber entstand, wer von ihnen die Schönste sei. Der hübsche Schafhirte Paris wurde als Richter ausgewählt. Er entschied zu Gunsten Aphrodites, weil diese ihm die schönste Frau der Welt, Helena, versprach. Daraufhin entführte Paris seine Helena, die mit dem König von Sparta, Menelaus, verheiratet war. Das führte zum troianischen Krieg: Die Griechen zogen unter Agamemnon (siehe Stammbaum) gegen die von Hector (siehe Stammbaum),einem von Paris Brüdern, geführten Troianer. Nach zehnjähriger Belagerung Troias gelang es den Griechen mit der List des hölzernen Pferdes in die Stadt zu gelangen und diese zu zerstören. Kassandra (siehe Stammbaum),die Schwester von Paris, die von Apoll die Gabe der Weissagung verliehen bekommen hatte , der aber aufgrund der Zurückweisungen seiner Werbung die Überzeugungskraft versagt geblieben war, hatte vergeblich vor dem troianischen Pferd gewarnt. Bei der Eroberung Troias wurde sie von dem Lokrer Aias vom Altar der Athene gerissen und geschändet, nach Troias Fall nahm Agamemnon sie als seine Sklavin zu sich und sie wurde von ihm und Klytämnestra (siehe Stammbaum) erschlagen. Auch vielen anderen Familienmitgliedern des Paris erging es sehr schlecht: Hector wurde vom griechischen Helden Achilles erschlagen, weil er dessen Freund Patroklos umgebracht hatte. Achilles schleppte dann auch seine Leiche zu Patroklos Grabhügel, gab sie aber gegen ein Lösegeld von Hectors Vater Priamus (siehe Stammbaum) diesem zurück, woraufhin Hector ein feierliches Begräbnis erhielt. Paris rächte dann den Mord seines Bruders und tötete Achilles mit einem Pfeil. Daraufhin wurde er selbst von einem vergifteten Pfeil des Philoktet schwer verwundet. Seine frühere Gemahlin, die Nymphe Oinone, erachtete seine Wunde als unheilbar oder versagte ihm die erbetene Heilung, wofür sie später allerdings Selbstmord beging. Nach Troias Fall wurde Paris Mutter Hecuba (siehe Stammbaum) die Sklavin des Odysseus und als sie auf ihrem Weg in Griechenland die Leiche ihres Sohnes Polydoros (siehe Stammbaum) fand ließ sie dessen Mörder, den thrakischen König Polymester, blenden und seine Kinder töten.
Die Sage um Aeneas, einem Schwager von Paris, nimmt ihren Anfang nun während Troias Fall, wo Aeneas mit seiner Frau Creusa (siehe Stammbaum), dem Sohn Ascanius und seinem Vater Anchises auf den Schultern aus dem brennenden Troia flieht.( Anchises war von Zeus durch einen Blitz gelähmt worden, weil er die göttliche Natur von Aeneas Mutter, Aphrodite, ausgeplaudert hatte.9 Bei der Flucht verliert Aeneas seine Frau Creusa.
Der Fortgang der Geschichte kann unter dem Thema "Handlungsstrang der Aeneis" auf dieser Page gelesen werden.