Römische Triumphzüge

Die Römer pflegten vor jedem Feldzug auf dem Kapitol im Tempel des Jupiter ein Gelübde abzulegen. War die Schlacht gewonnen, kehrte der Triumphator an der Spitze seines siegreichen Heeres über das Forum zurück, um an dem Orte des Gelübdes, dessen Erfüllung zu melden.

Siegreichen Kaisern oder deren Söhne wurde durch die Zustimmung des Senats noch eine höhere Ehre zuteil. Als Verewigung als bronzenes Standbild im Viergespann wurde dieses auf einem steinernen Bogen aufgestellt (Triumphbogen).

Nicht kaiserliche Feldherren konnten nach ihrem Tod durch einen Tb geehrt werden.

Die ältesten, nur literarisch überlieferten Triumphbögen in Rom wurden 196 & 190 v. Chr. Errichtet. In der Kaiserzeit erreichte der Tb seine klassische Form in der Verbindung der Bogenarchitektur des Kernbaus mit der vorgeblendeten Säulengliederung. Der Bogen sollte den Ruhm eines Vergöttlichten auf der Erde bewaren, besonders aber das Andenken an die Großtat, die zu der Ehrung geführt hatte. Überall auf diesen Bögen sehen wir Symbole dieses Sieges.

Die Tb wurden überwiegend auf Straßen, Plätzen, oder vor der Stadtmauer errichtet. Sie enthielten einen oder mehrere Durchgänge, mit Tonnengewölben, deren oberen Abschluss eine Attika (= Aufsatz über dem Hauptsims eines Bauwerkes; eine Skulptur tragend).

Relief: Der Tb war meist mit Reliefs geschmückt. Diese befanden sich auf Bogenfeilern, Säulensockeln, Bogenzwickeln oder ggf. über den seitlichen Durchgängen. Die Attika trug in der Regel eine Widmungsschrift.

Der Reliefschmuck der Tb besteht aus Bildern der Triumphsymbolik, wie z.b. Viktoryen, Genien, Gottheiten & Waffen, der Apotheose (= Vergöttlichung) des Kaisers, sowie Darstellungen des speziellen Ereignisses, das die Errichtung des Bogens veranlasste. Zum Beispiel der kaiserliche Aufbruch, Siege, Schlachten & Unterwerfungen.

Der Triumphzug:

Dieser wurde wie folgt aufgebaut. Vorab fuhr der Triumphator als Jupiter verkleidet auf einem mit vier Schimmeln bespanntem Wagen, mit Lorbeer geschmückt, vom Marsfeld bis zum Kapitol. Sein Gesicht war blutrot geschminkt und sein Körper in eine wertvolle Tunika gehüllt. Des weiteren trug seine Eskorte über ihm eine goldene Krone, die zu schwer war, als dass er sie selbst hätte tragen können. Danach folgte, lauthals grölend, das siegreiche Heer. Ihm schloss sich der endlose Zug der Gefangenen an. Wichtige Persönlichkeiten unter ihnen wurden in den Kasematten des Kapitols hingerichtet. Den Schluss bildeten Kampfwagen, gefolgt von den mit Kriegsbeute beladenen Pferdewagen. Zu der Beute zählte u.a. Gefäße aus Gold, juwelenbesetzte Schwertscheiden, Kunstwerke, wertvolle Kleidungsstücke u.s.w.

Der größte Teil dieser Schätze war für die Stadt & die Götter bestimmt.

Ein kleiner Teil wurde für die Soldaten ausgeschüttet, die nun soviel an sich rafften, wie sie konnten und so in manchen Fällen zu großem Reichtum gelangten.

Dem Triumphzug folgte eine religiöse – politische Feier, auf der der Triumphator dem Jupiter einen weißen Stier opferte.

Sebastian Meyer