Claudius |
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geb. 10 vor Chr., gest. 54 nach Chr. Er war das jüngste Kind von Antonia Minor und Drusus und hieß mit vollem Namen Tiberius Claudius Nero Germanicus. Da er von Geburt an körperlich behindert war (er hinkte, stotterte und zuckte mit dem Kopf), brachte ihm kaum jemand aus seiner Familie besondere Zuwendung, sondern eher Abneigung entgegen. Seine Mutter Antonia und seine Großmutter Livia schämten sich dieser "Mißgeburt" und Antonia setzte sogar seine körperliche Behinderung mit geistiger Schwäche gleich, indem sie über Menschen, die ihr geistig einfältig erschienen, zu sagen pflegte: "Der ist ja noch dümmer als mein Sohn Claudius!" Weiterhin versuchte man Claudius möglichst von der Öffentlichkeit fernzuhalten, damit er die kaiserliche Familie nicht blamierte. Sein Vater Drusus war gestorben, als Claudius ein Jahr alt war und der einzige, der freundlich und hilfsbereit ihm gegenüber war, war in früher Kindheit sein Bruder Germanicus. Als dieser von Tiberius adoptiert wurde, erhielt Claudius, da sein Vater nicht mehr lebte, die Vormundschaft über seine Mutter Octavia, was diese als sehr demütigend empfand. Später fand Claudius noch in seinem Lehrer Athenodorus und seinem Stiefcousin Postumus Freunde. Als er erwachsen war und den damals regierenden Tiberius um ein Amt bat, hielt man ihn unfähig, ein Amt zu führen und übertrug ihm lediglich die Rechte, aber nicht die Pflichten. Dabei war Claudius recht begabt und betätigte sich Zeit seines Lebens als eifriger Schriftsteller, schrieb unter anderem ein Buch über die Etrusker. |
| Verheiratet wurde Claudius in erster Ehe mit einer
sehr häßlichen und unfreundlichen Frau namens Urgulanilla, nachdem
die zuerst auserwählte Frau Camilla, für die Claudius tiefe Zuneigung
empfand (und sie ebenso für ihn), auf dem Weg zu ihrer Verlobungsfeier
getötet worden war. Von Urgulanilla, mit der er zwei Kinder hatte: Claudius
Drusus, der kurz vor seiner Verlobung in Livias Auftrag ermordet worden war,
und Claudia, die als Kleinkind starb, ließ sich Claudius jedoch wieder
scheiden und heiratete Aelia, mit der er eine Tochter namens Antonia bekam.
Mit fünfzig Jahren wurde er mehr zufällig nach der Ermordung seines
Neffen Caligula vierter römischer Kaiser und da er ein überzeugter
Republikaner war, behagte ihm dieses zunächst gar nicht, aber er
bemühte sich sehr, ein guter und gerechter Kaiser zu sein, was zum Ende
seiner Regierungszeit jedoch mehr und mehr mißlang, nicht zuletzt aufgrund
seiner dritten und vierten Frau. Seine dritte Ehe führte er mit Messalina,
deren Urgroßmutter Octavia Minor seine Großmutter war (siehe
Stammbaum) und bekam mit ihr zwei Kinder: Octavia
und Britannicus. Er liebte diese Frau abgöttisch und ließ ihr
in Regierungsgeschäften vertrauensvoll freie Hand, was sie oftmals
ausnutzte, um unerwünschte Mitmenschen unter fadenscheinigen Gründen
"beseitigen" lassen zu können. Häufig waren dieses ihre
Nebenbuhlerinnen in der Gunst der zahlreichen Liebhaber, mit denen sie Claudius
ständig betrog, während dieser vollkommen unwissend war und ihr
blind vertraute, bis die Informationen über den Lebenswandel seiner
Frau schließlich auch zu ihm vordrangen. Diese Nachrichten stürzten
ihn in tiefste Verzweiflung, denn er hatte Messalina regelrecht vergöttert.
Auf den Befehl von Claudius Vertrautem Narcissus hin wurde Messalina
schließlich getötet. Claudius' vierte Ehe mit seiner Nichte Agrippina
war ebenfalls geprägt von der Herrschsucht dieser Frau. Schließlich
gab Claudius die Macht gänzlich aus der Hand und kümmerte sich
nahezu gar nicht mehr um das Wohlergehen des römischen Volkes, denn
er verfolgte einen ganz bestimmten Plan: Sein Nachfolger sollte Agrippinas
Sohn Nero werden, den er inzwischen adoptiert hatte, während sein leiblicher
Sohn zunächst im Exil leben sollte. Denn Claudius sah mit Nero eine
Schreckensherrschaft und das Ende des römischen Kaiserreichs voraus
und hoffte, sein Sohn Britannicus würde nach dem Untergang der Monarchie
eine Republik herstellen. Schließlich stellte sich jedoch heraus, daß
Britannicus ein überzeugter Monarchist war und daher von diesen Plänen
gar nichts hielt.
Diana Glee (17.04.1999) |
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