Der Name diese Eßzimmers, "oecus", zeigt wieder einmal, daß es
sich in unserem Beispiel um ein modernes und sehr luxuriöses Haus handelt,
denn die eigentliche Bezeichnung für das Speisezimmer ist "triclinium",
welches hier nur ein Teil des Oecus zu sein scheint. Im Triclinium wurden
alle i Mahlzeiten eingenommen. Hierzu muß man wissen, daß es
im Römischen Reich, in Italien heute noch ähnlich, drei
Mahlzeiten von folgender Bedeutung gab: Das "iacentulum" (Frühstück)
war lediglich eine häufig im Stehen eingenommene kleine Stärkung,
das "prandium" (Mittagessen) bestand meist nur aus einem kleinen Imbiß,
während die "cena" (Abendessen) die eigentliche Hauptmahlzeit darstellte,
die dann auch warm war und nach dem Besuch des Bades genossen wurde.
Bei Tisch lag man auf Liegen, mit denen jedes Triclinium, das doppelt so
lang wie breit war, ausgestattet war. Die Kinder, die an der Abendmahlzeit
teilnahmen, saßen auf Schemeln vor den Liegebetten. Je wohlhabender
eine Familie war, umso luxuriöser waren auch die Liegen ("klinen"),
z.B. gepolstert und mit kostbaren Kissen und Decken bequem hergerichtet.Auf
einer Seite blieb der viereckige Tisch für die Bedienung frei, es standen
also drei Klinen um den Tisch. Teilweise gab es auch runde Tische, um die
dann eine halbmondförmige Ruhebank stand.