Praefurnium
 (Heizraum)

 

Da der Heizraum in diesem Haus im Keller liegt, wie man am Grundriß erkennen kann, wird dieses Haus, das ja zu den luxuriösen zählt, eine Hypokausten- oder Fußbodenheizung gehabt haben. Diese Form einer Heizung ist wahrscheinlich im 2. Jh. vor Chr. erfunden worden und wurde im 1. Jh. nach Chr. von den Bautrupps des Unternehmers und Spekulanten C. Sergius Orata bei der Luxus- Sanierung von Wohnungen erstmals in größerem Umfang eingebaut. Eine solche Heizung arbeitet nach folgendem Prinzip: Aus einer Feuerungskammer im Keller wird heiße Luft in einen Hohlraum ("hypokausis", daher der Name) unter den Fußboden des Wohnhauses, der auf Ziegelpfeilern stand, geleitet. Verfeinernd kam einige Jahrzehnte später die Verwendung von hohlen Wandziegeln dazu, die die Wärme auch in den Wänden aufsteigen ließen.
Eine solche kostspielige Heizung wurde selbst in den Häusern der Wohlhabenden nur unter bestimmten Räumen eingebaut, wie im Beispiel unseres Hauses vorwiegend unter dem (heißen) Bad, eventuell noch unter ein oder zwei anderen Zimmern.
Von einer solchen Heizung konnte der Großteil der Römer jedoch nur träumen, wer sich aufwärmen wollte, konnte, falls er ein eigenes Haus besaß, ins Atrium oder in die Küche an den Herd gehen, ansonsten hatte man nur die Möglichkeit, die ständig über die oben beschriebene Hypokausten- heizung erwärmten Thermen aufzusuchen.
Viele römische Häuser besaßen nur Kohle- und Holzkohle-Becken, die in der Mitte des Raumes standen und Wärme verbreiten sollten, was jedoch aufgrund der zumeist fehlenden ordentlichen Abzüge mit enormer Rauchentwicklung verbunden war.