Herodes Agrippa I.

Herodes Agrippa I.

Herodes Agrippa I. wurde 10 v.Chr. geboren und starb 44 n.Chr. Sein eigentlicher Name war Marcus Iulius Agrippa. Der Vorname (praenomen) Marcus ist zwar nicht überliefert, aber sein Sohn führte ihn (Marcus Julius Agrippa II.) und es war zu der Zeit üblich, den Namen des Vaters zu bekommen. Seinen nomem gentile "Julius" hat er von seinem Großvater geerbt. Seinen Beinamen (cognomen) führt er nach dessen Freund Marcus Vispasianus Agrippa. Verheiratet war er mit seiner Kusine Kypros, mit der er drei Kinder hatte.
 

Herodes der Große
  König von
 Judäa

     40 - 4 v.Chr.

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                Aristobulos   Herodias OO Philippus   Archelaus   Herodias OO Antipas     Salome
   König von                   Ethnarch von   Tetrarch von              Tetrarch von    OO Philippus
    Judäa                               Judäa          Galiläa                           Ituräa
  4v.- 6n.Chr.                 4v.-6n.Chr.      4v.-39n.Chr.             4v.-34n.Chr.
OO Berenike
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   Herodes     Herodias OO (1) Herodes Philippus    Agrippa I.         OO Kypros                   König von                        (2) Herodes Antipas     König von            |   
  Chalkis                                                                    Judäa                 |  
 41n.-48 n.Chr.                                                      37n.-44n.Chr.        |  
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       Agrippa II.               Berenike OO Herodes von Chalkis   Drusilla OO Antonius Felix
        König von
         Chalkis
   48n.-100n.Chr.
 
Aufgewachsen ist Herodes Agrippa I., der schon früh wegen seines Großvaters beide Eltern verlor, in Rom in der Familie des späteren Kaiser Claudius. Mit diesem Verband ihn eine enge Freundschaft. Auch mit weiteren Prinzen des Kaiserhaus verkehrte er, z.B. mit Drusus, dem Sohn des späteren Kaiser Tiberius.

Nach Drusus’ Tod (23 n.Chr.) verließ er Rom und ging nach Palästina, denn er war ein Lebemann und hatte viel Geld verbraucht, mehr als er hatte. Sein Schwager Herodes Antipas half ihm und besorgte ihm ein Munizipalamt (städtisches Amt) in Tiberias, sonst wäre Herodes Agrippa I. wohl zugrunde gegangen. Doch er überwarf sich mit Antipas und kehrte 36 n.Chr. nach Italien zurück.

Zuerst kam Herodes Agrippa I. mit dem Kaiser Tiberius gut aus, doch als dieser erfuhr, daß er sich 300.000 Sesterzen geliehen habe und diese nach Ablauf der Frist immer noch der kaiserlichen Kasse schulde, durfte Herodes Agrippa I. nicht mehr an den Hof des Kaiser. Er erbat sich das Geld von Antonia, der Mutter des Claudius, um seine Schulden bei Tiberius tilgen zu können. Diese mochte ihn. Sie gab ihm das Geld, wahrscheinlich weil sie seine Mutter gern gehabt hatte und er mit Claudius erzogen worden war. Später lieh er sich von einem Freigelassenen bei Hofe wiederum Geld, um bei ihr seine Schulden zu bezahlen.

Kaiser Tiberius war ihm wieder wohl gesonnen. Er vertraute ihm sogar Gaius (Caligula), den Sohn des Germanicus und damit den Enkel der Antonia, an. Aus Dankbarkeit gegen Antonia kümmerte er sich um ihn.

Dies alles zeigt, daß er eine sehr gewinnende Art haben, aber auch zugleich eine Spielernatur sein mußte. Aber er machte einen Fehler, indem er zu Caligula sagte, er wünsche Tiberius würde den Thron an ihn weitergeben. Denn dies erfuhr Tiberius, und Herodes Agrippa I. war wieder in Ungnade gefallen und mußte für sechs Monate, bis zu Tiberius’ Tod, ins Gefängnis. Caligula machte ihn 37 n.Chr. zum König von Judäa und er erhielt das Gebiet Ituräa, das seinem Onkels,dem Tetrarchen Philippus, gehört hatte, etwas später auch Galiläa von seinem anderen Onkels, Herodes Antipas, den er bei Caligula verleumdete.

Er kehrte nach Judäa zurück. Als Caligula sich aber als Gott anbeten ließ und im Tempel von Jerusalem eine Statue von sich aufstellen lassen wollte, rief das den Unmut der Juden hervor. So reiste Herodes Agrippa I. nach Rom und hielt Caligula davon ab.

Nach der Ermordung des Caligula unterstützte er Claudius bei den Prätorianern (der Leibwache des Kaisers), die Claudius zum Kaiser machen wollten. Der Senat war jedoch dagegen und schickte Gesandte, um Claudius zu sagen, er solle nicht annehmen. Um festzustellen, wieviel Macht der Senat überhaupt hat, ging Herodes Agrippa I. dorthin. Hierbei bewies er wieder seine Spielernatur, denn er sagte dem Senat nicht, daß er auf Claudius’ Seite war, sondern überzeugte sie, daß es, falls sie Claudius nicht akzeptierten, zu einem Bürgerkrieg komme, der nur Unglück bringe. So gaben sie sich also, als Claudius sich weigert, die Kaiserwürde abzulehnen, zufrieden.

Als Claudius Kaiser war, bekam Herodes Agrippa I. das ganze Gebiet seines Großvaters, Herodes der Große. Er ließ sich als Gott feiern. Sein Ende war weniger glanzvoll; er wurde von Würmern zerfressen.
 
Dörte Feichtenschlager

12.03.1999