Historia Augusta

Eine Sammlung von 30 Biographien römischer Kaiser von Hadrian bis Carinus

Die Biographien stammen angeblich von sechs verschiedenen Autoren, eventuell aber auch nur von einem einzigen Verfasser. Sie gelten als historisch nicht sehr zuverlässig.

 

Aelii Spartiani

de Vita

Hadriani

I. (1) Origo imperatoris Hadriani vetustior a Picentibus, posterior ab Hispaniensibus manat; si quidem Hadria ortos maiores suos apud Italicam Scipionum temporibus residisse in libris vitae suae Hadrianus ipse commemorat. (2) Hadriano pater Aelius Hadrianus cognomento Afer fuit, conso- brinus Traiani imperatoris; mater Domitia Paulina Gadibus orta, soror Paulina nupta Serviano, uxor Sabina, atavus Marullinus, qui primus in sua familia senator populi Romani fuit. (3) Natus est Romae VIII kal. Feb. Vespasiano septies et Tito quinquies consulibus. (4) ac decimo aetatis anno patris orbatus Ulpium Traianum praetorium tunc, consobrinum suum, qui postea imperium tenuit, et Caelium Attianum equitem Romanumtutores habuit. (5) imbutus impensius Graecis studiis, ingenio eius sic ad ea declinante, ut a nonnullis "Graeculus" diceretur.

Aelius Spartianus

Leben des

Hadrian

I. (1) Die urspüngliche Heimat der Familie des Kaisers Hadrian war Picenum, die spätere Spanien. Hadrian selbst wenigstens berichtet in seiner Autobiographie, daß seine Vorfahren aus Hadria stammen, sich aber zur Zeit der Scipionen bei Italica niederließen. (2) Der Vater Hadrianus war Aelius Hadrianus mit dem Beinamen Afer, ein Cousin des Kaisers Trajan; seine mutter war Domitia Paulina, die aus Cadiz stammte, seine Schwester war Paulina, die Gattin des Servianus, seine Frau war Sabina und sein Ururgroßvater war Marullinus, der als erster seiner Familie Senator des römischen Volkes war. (3) Geboren wurde er in Rom am 24. Januar, als Vespasian zum siebten und Titus zum fünften Mal Konsuln waren (=76n.). (4) Nachdem er mit zehn Jahren seinen Vater verloren hatte, hatte er Ulpius Trajanus, der damals im prätorischen Rang stand, seinen Vetter, und der später Kaiser wurde, sowie Caelius Attianus, einen römischen Ritter zu Vormündern. (5) Er vertiefte sich recht tief in griechische Studien, denen er von Natur aus so zugetan war, daß er von einigen "Griechlein" genannt wurde.  

II. (1) quintodecimo anno ad patriam rediit ac statim militiam iniit, venandi ad usque reprehensionem studiosus. (2) quare a Traiano abductus a patria et pro filio habitus nec multo post decemvir litibus iudicandis datus atque deinde tribunus secundae Adiutricis Legionis creatus. (3) post hoc in inferiorem Moesiam translatus extremis iam Domitiani temporibus. (4) ibi a mathematico quodam de futuro imperio id dicitur comperisse, quod a patruo magno Aelio Hadriano peritia caelestium callente praedictum esse compererat. (5) Traiano a Nerva adoptato ad gratulationem exercitus missus in Germaniam superiorem translatus est. (6) ex qua festinans ad Traianum, ut primus nuntiaret excessum Nervae, a Serviano, sororis viro, (qui et sumptibus et aere alieno eius prodito Traiani odium in eum movit) diu detentus fractoque consulte vehiculo tardatus, pedibus iter facienseiusdem Serviani beneficiarum antevenit. (7) fuitque in amore Traiani, nec tamen ei per paedagogos puerorum, quos Traianus impensius diligebat, ... Gallo favente defuit. (8) quo quidem tempore cum sollicitus de imperatois erga se iudicio, Vergilianas sortes consuleret,

quis procul ille autem ranis insignis olivae  

sacra ferens? nosco crines incanaque menta

regis Romani, primam qui legibus urbem

fundabit, Curibus parvis et paupere terra

missus in imperium magnum, cui deinde subibit ...

sors excidit, quam alii ex Sibyllinis versibus ei provenissedixerunt. (9) habuit autem praesumptionem imperii mox futuri ex fano quoque Nicephorii Iovis manante responso, quod Apollonius Syrus Platonicus libris suis indidit. (10) denique statim suffragante Sura ad amicitiam Traiani pleniorem rediit, nepte per sororem Traiani uxore accepta favente Plotina, Traiano leviter, ut Marius Maximus dicit, volente.

II. (1) In seinem fünfzehnten Jahr kehrte er in die Heimat zurück und begann sofort den Militärdienst; er war so eifrig bei der Jagd, daß er dafür kritisiert wurde. (2) Daher wurde er von Trajan aus seiner Heimat gerufen und von ihm wie sein eigener Sohn behandelt. Nicht viel später wurde er einer von zehn Richtern am Gerichtshof für Erbschaftsstreitigkeiten und danach Tribun der II. Legion Adiutrix. (3) Danach wurde er, schon am Ende der Regierung Domitians,  nach Untermösien versetzt. (4) Dort soll er von einem Astrologen diesselbe Prophezeiung über seine zukünftige Herrschaft gehört haben, die, wie er bereits wußte, durch seinen Großonkel Aelius Hadrianus, einen Meister der Astrologie, gemacht worden war. (5) Nachdem Trajan von Nerva adoptiert worden war, wurde er geschickt, um ihn die Glückwünsche der Armee zu überbringen und wurde sofort nach Untergermanien versetzt. (6) Von dort eilte er zu Trajan, um ihm als erster den Tod Nervas zu melden; aber er wurde von seinem Schwager Servianus, der auch Hadrians auswendiges Leben und seine Schulden Trajan verraten hatte und dessen Zorn auf ihn gelenkt hatte, lange festgehalten. Seine Reise wurde weiter verzögert durch eine absichtlich zerbrochenes Rad; aber Hadrian setzte seine Reise zu Fuß fort und kam dem Abgesandten des Servianus zuvor. (7) Und er wurde Trajans Favorit und ihm fehlte, durch die Betreuer der Jungen, die Trajan sehr liebte, nicht ... wobei Gallus ihm günstig gestimmt war. (9) Da er zu jener Zeit sehr besorgt über das Urteil des Kaisers über ihn war und er das Vergilianische Orakel befragte, wurde ihm folgender Bescheid zuteil:

Wer ist der Mann in der Ferne, der, geschmückt mit dem Olivenzweig

das Heiligtum trägt ? Ich erkenne das Haar und den Bart

des Römischen Königs, der als erster durch Gesetze Rom

erschaffen wird, von dem kleinen Cures und dem armen Land

geschickt in das große Reich, dem darauf sich nähern wird ...,

von dem andere sagten, er stamme aus den Sybillinischen Versen. (9) Er hatte aber auch eine weitere Vorhersage seiner zukünftigen Herrschaft aus dem Jupitertempel in Nikephorium durch ein Orakel, das der Platoniker Apollonius in seinen Büchern zitierte. (10) Schließlich gewann er durch die dienste des Sura die engere Freundschaft Trajans zurück und empfing als Gattin die Tochter der Schwester des Kaisers; Plotina unterstützte diese Ehe eifrig, Trajan weniger, wie Marius Maximus berichtet.

III. (1) Quaesturam gessit Traiano quater et Articuleio consulibus, in qua cum orationem imperatoris in senatu agrestius pronuntians risus esset, usque ad summam peritiam et facundiam Latinis operam dedit. (2) post questuram acta senatus curavit atque ad bellum Dacicum Traianum familiarius prosecutus est; (3) quando quidem et indulsisse vino se dicit Traiani moribus obsequentem atque ob hoc se a Traiano locupletissime muneratum. (4) tribunus plebis factus est Candido et Quadrato iterum consulibus; (5) in quo magistratu ad perpetuam tribuniciam potestatem omen sibi factum adserit, quod paenulas amiserit, quibus uti tribuni plebis pluviae tempore solebant, imperatores autem numquam. unde hodieque imperatores sine paenulis a togatis videntur. (6) secunda expeditione Dacica Traianus eum primae legioni Minerviae praeposuit secumque duxit; quando quidem multa egregia eius facta claruerunt. (7) quare adamante gemma quam Traianus a Nerva acceperat donatus ad spem successionis erectus est. (8) praetor factus est Suburano bis et Serviano iterum consulibus, cum sesterium iterum vicies ad ludos edendos a Traiano accepit. (9) legatus postea praetorius in Pannoniam inferiorem missus Sarmatas compressit, disciplinam militarem tenuit, procuratores latius evagantes coercuit. (10) ob hoc consul est factus. in quo magistratu, ut a Sura comperit adoptandum se a Traiano esse, ab amicis Traiani contemni desiit ac neglegi. (11) et defuncto quidem Sura Traiani ei familiaritas crevit, causa praecipue orationum, quas pro imperatore dictaverat. III. (1) Die Quaestur übte er aus, als Trajan zum vierten Mal und Articuleius Konsuln waren (101n.); als er im Senat eine Rede des Kaisers mit ländlichem Akzent vorlas und deshalb Lachen hervorrief, bemühte er sich um die lateinische Sprache bis zu höchster Kenntnis und Redegewandtheit. (2) Nach seiner Quaestur diente er als Curator der Verhandlungen des Senats und begleitete später Trajan in den Dakerkrieg als enger Vertrauter; (3) Danach habe er sich, wie er sagt, dem Wein hingegeben, darin dem Charakter Trajans nachfolgend; er sei deshalb von Trajan reich belohnt worden.(4) Volkstribun wurde er, als Candidus und Quatratus zum zweiten Mal Konsuln waren ((1)05); (5) in diesem Amt erhielt er, wie er behauptet, ein Vorzeichen für die dauernde tribunizische Gewalt, weil er den Mantel verlor, den die Volkstribunen bei regnerischem Wetter zu tragen pflegen, die Kaiser aber nie. Daher erscheinen auch heute noch die Kaiser ohne Mäntel vor den Bürgern. (6) Im zweiten Dakerkrieg gab Trajan ihm das Kommando über die I. Legion Minervia und nahm in mit sich; und in diesem Krieg leuchteten seine vielen herausragenden Taten hervor. (7) deshalb wurde er mit einem Diamanten beschenkt, den Trajan von Nerva erhalten hatte und durch dieses Geschenk wurde er in seiner Hoffnung auf die Nachfolge verstärkt. (8) Er wurde Prätor unter dem zweiten Konsulat des Suburanus und dem des Servianus (107n.?), als er nochmals zwei Millionen Sesterzen zur Veranstaltung von  Spielen erhielt. (9) Später wurde er als prätorischer Legat nach Niederpannonien geschickt, unterdrückte die Sarmaten, hielt die militärische Disziplin aufrecht und wies die Steuereinnehmer, die ihre Kompetenzen überschritten, in die Schranken. (10) Daher wurde er zum Konsul gemacht (108n.). Als er in diesem Amt von Sura erfuhr, daß er von Trajan adoptiert werden solle, hörte er auf, von den Freunden Trajans verachtet und vernachlässigt zu werden. (11) Und als Sura gestorben war, wuchs die Freundschaft Trajans zu ihm, besonders aufgrund de Reden, die er für Trajan verfaßte.
IV. (1) usus Plotinae quoque favore, cuius studio etiam legatus expeditionis Parthicae tempore destinatus est. (2) qua quidem tempestate utebatur Hadrianus amicitia Sosii Papi et Platorii Nepotis ex senatorio ordine, ex sequestri Attiani, tutoris quondam sui, et Liviani et Turbonis. (3) in adoptionis sponsionem venit Palma et Celso, inimicis semper suis et quos postea ipse insecutus est, in suspicionem adfectatae tyrannidis lapsis. (4) secundo consul favore Plotinae factus totam praesumptionem adoptionis emeruit. (5) corrupisse eum Traiani libertos, curasse delicatos eosdemque saepe inisse per ea tempora quibus in aula familiarior fuit, opinio multa firmavit. (6) Quintum iduum Augustarum diem Legatus Sayriae litteras adoptionis accepit; quando et natalem adoptionis celebrari iussit. (7) tertium iduum earundem, quando et natalem imperii statuit celebrandum, excessus Traiani nuntiatus est. (8) Frequens sane opinio fuit Traiano id animo fuisse, ut Neratium Priscum, non Hadrianum, successorem relinqueret, multis amicis in hoc consentientibus, usque eo, ut Prisco aliquando dixerit: "commendo tibi provincias, si quid mihi fatale contigerit." (9) et multi quidem dicunt Traianum in animum id habuisse, ut exemplo Alexandri Macedonis sine certo successore moreretur, multi ad senatum eum orationem voluisse mittere petiturum, ut, si quid ei evenisset, principem Romanae rei publicae senatus daret, additis dumtaxat nominibus, ex quibus optimum idem senatus eligeret. (10) nec desunt, qui factione Plotinae mortuo iam Traiano Hadrianum in adoptionem adscitum esse prodiderint, supposito, qui pro Traiano fessa voce loquebatur. IV. (1) Er gebrauchte auch die Gunst der Plotina, durch deren Einsatz er auch zum Legat zur Zeit des Perserkrieges ernannt wurde. (2) In dieser Zeit genoß Hadrian die Freundschaft von Sosius Papus und Platorius Nepos aus dem Senatorenstand, aus dem Ritterstand aber des Attianus, seines früheren Erziehers, des Livianus und des Turbo. (3) Weil Palma und Celsus, die immer seine Feinde gewesen waren und die er später selbst verfolgte, in den Verdacht grieten, nach der Herrschaft zu streben, schien Trajans Adoption umso wahrscheinlicher. (4) Die Adoption wurde vorweggenommen, als er zum zweiten Mal zum Konsul ernannt wurde. (5) Daß er die Freigelassenen Trajans bestochen habe und die Favoriten des Kaisers umworben und ihnen häufig geschmeichelt habe, während er sich am Hof als enger Vertrauter aufhielt, das versichert eine weitverbreitete Meinung. (6) Am fünften Tag vor den Iden des August (09.08.117) empfing er, als er Statthalter von Syrien war, die Nachricht der Adoption durch Trajan und er gab die Anweisung diesen Tag als Jahrestag seiner Adoption zu feiern. Am dritten Tag vor den Iden des August (11.08.117) erhielt er die Nachricht vom Tode Trajans und er benannte diesen Tag als Jahrestag seiner Herrschaft. (8) Es gab auch die häufig vertretene Meinung, daß Trajan plante, Neratius Priscus, mit Zustimmung vieler seiner Freunde nicht Hadrian als Nachfolger zu ernennen, soweit, daß er zu Priscus einst gesagt habe: "Ich vertraue dir die Provinzen an, wenn mir etwas zustoßen sollte. (9) Und viele sagen allerdings, daß Trajan dem Beispiel Alexanders von Makedonien folgen wollte, zu sterben ohne einen Nachfolger zu benennen. Viele erklären, daß er dem Senat eine Rede schicken wollte, in der er darum bitten wollte, daß, wenn ihm etwas passieren sollte, der Senat einen Herrscher für das Römische Reich ernennen solle; er habe lediglich Namen hinzugefügt, aus denen der Senat den besten auswählen solle. (10) Und es fehlten auch nicht Leute, die sagten, daß Hadrian erst nach Trajans Tod für adoptiert worden sei und zwar durch die Partei Plotinas, die jemanden unterschob, der für Trajan mit erschöpfter Stimme sprach.
V. ((1)) Adeptus imperium ad priscum se statim morem instituit et tenendae per orbem terrarum paci operam impendit. (2) nam deficientibus iis nationibus, quae Traianus subegerat, Mauri lacessebant, Sarmatae bellum inferebant, Britanni teneri sub Romana dicione non poterant, Aegyptus seditionibus urgebatur, Libya denique ac Palaestina rebelles animos efferebant. (3) quare omnia trans Euphraten ac Tigrim reliquit exemplo, ut dicebat, Catonis, qui Macedones liberos pronuntiavit, quia tueri non poterant. (4) Parthamasirin, quem Traianus Parthis regem fecerat, quod eum non magni ponderis apud Parthos videret, proximis gentibus dedit regem. (5) Tantum autem statim clementiae studium habuit ut, cum primis imperii diebus ab Attiano per epistolas esset admonitus, ut et Baebius Macer praefectus urbis, si reniteretur eius imperio necaretur, et Laberius Maximus, qui suspectus imperii in insula exsulabat, et Frugi Crassus, neminem laederet; (6) quamvis Crassum procurator egressum insula, quasi res novas moliretur, iniusso eius occiderit. (7) militibus ob auspicia imperii duplicem largitionem dedit. (8) Lusium Quietum sublatis gentibus Mauris, quos regebat, quia suspectus imperio fuerat, exarmavit, Marcio Turbone Iudaeis compressis ad deprimendum tumultum Mauretaniae destinato. (9) Post haec Antiochia digressus est ad inspiciendas reliquias Traiani, quas Attianus, Plotina et Matidia deferebant. (10) quibus exceptis et navi Romam dimissis ipse Antiochiam regressus praepositoque Syriae Catilio Severo per Illyricum Romam venit. V. (1) Nachdem er die Herrschaft übernommen hatte, ging er sofort zur alten Politik über und bemühte sich, den Frieden in der Welt zu erhalten. (2) Denn die Völker, die Trajan unterworfen hatte, begannen zu rebellieren, die Mauren begannen anzugreifen, die Sarmaten fingen Krieg an, die Briten konnten nicht unter römischer Herrschaft gehalten werden, Ägypten wurde von Aufständen erschüttert, Libyen endlich und Palästina zeigten eine rebellische Gesinnung. (3) Deshalb gab er alles Land jenseits von Euphrat und Tigris auf, nach dem Bispiel Catos, wie er sagte, der die Makedonen für frei erklärte, weil man sie nicht schützen konnte. (4) Den Parthamasiris, den Trajan den Parthern zum König gegeben hatte, machte er, weil er sah, daß er bei ihnen keinen großen Einfluß hatte, zum Herrscher bei den Nachbarstämmen. (5) Aber er bemühte sich sofort soviel um Milde, daß er, obwohl er in den ersten Tagen seiner Herrschaft von Attianus durch Briefe ermahnt wurde, daß sowohl der Stadtpräfekt Baebius Macer, wenn er sich seiner Herrschaft widersetzen sollte, getötet werden solle und auch Laberius Maximus, der auf einer Insel im Exil lebte, ebenso Crassus Frugi, dennoch niemanden verletzte. (6) Dennoch tötete später sein Prokurator den Crassus ohne den Befehl des Kaisers, als er versuchte, die Insel zu verlassen, als ob er die Herrschaft anstrebte. (7) Den Soldaten gab er, um einen günstigen Anfang für seinen Prinzipat zu haben, ein doppeltes Donativ. (8) Den Lusius Quietus entfernte er, nachdm er ihm den Oberbefehl über die maurischen Hilfstruppen, die er führte, genommen hatte, aus der Armee, weil er in den Verdacht geraten war, nach der Herrschaft zu streben, nachdem er den Marcius Turbo, der die Juden unterworfen hatte, bestimmt hatte, um den Aufruhr in Mauretanien zu bekämpfen. (9) Danach begab er sich nach Antiochia, um di sterblichen Überreste Traians anzusehen, die Attianus, Plotina und Matidia begleiteten. (10) Nach ihrem Empfang schickte er sie mit einem Schiff nach Rom, kehrte selbst nach Antiochia und kam, nachdem er Catilius Severus zum Statthalter Syriens ernannt hatte, nach Rom.
VI. (1) Traiano divinos honores datis ad senatum et quidem accuratissimis litteris postulavit et cunctis volentibus meruit, ita ut senatus multa, quae Hadrianus non postulaverat, in honorem Traiani sponte decerneret. (2) cum ad senatum sriberet, veniam petiit, quod de imperio suo iudicium senatui non dedisset, salutatus scilicet praepropere a militibus imperator, quod esse res publica sine imperatore non posset. (3) cum triumphum ei senatus, qui Traiano debitus erat, detulisset, recusavit ipse atque imaginem Traiani curru trumphali vexit, ut optimus imperator ne post mortem quidem triumphi amitteret dignitatem. (4) patris patriae nomen delatum sibi statim et iterum postea distulit, quod hoc nomen Augustus sero meruisset. (5) aurum coronarium Italiae remisit, in provinciis minuit, et quidem difficultatibus aerarii ambitiose ac diligenter expositis. (6) audito dein tumultu Sarmatarum et Roxolanorum praemissis exercitibus Moesiam petiit (7) Marcium Turbonem post Mauretaniam praefecturae infulis ornatum Pannoniae Daciaeque ad tempus praefecit. (8) cum rege Roxolanorum, qui de inminutis stipendiis quaerebatur, cognito negotio pacem composuit. VI. (1) Nachdem dem Trajan göttliche Ehren zugebilligt worden waren, forderte er in einem sorgfältig formulierten Brief an den Senat und erreichte, daß der Senat vieles, was Hadrian gar nicht gefordert hatte, zur Ehre Trajans aus eigenem Entschluß festsetzte. (2) Als er an den Senat schrieb, bat er um Verzeihung, daß er die Frage seiner Herrschaft nicht dem Senat überlasen habe; er sei übereilt von den Soldaten zum Kaiser ausgerufen worden, weil der Staat nicht ohne Herrscher sein könne. (3) Als ihm der Senat einen Triumph, der Trajan gebührte, anbot, lehnte er ihn für sich ab und ließ das Abbild Trajans auf dem Triumphwagen fahren, damit der beste Kaiser nicht einmal nach seinem Tode der Ehre des Triumphes verlustig gehe. (4) Den ihm sofort und später angetragenen Titel des "Vater des Vaterlandes" wies er vorerst zurück, weil Augustus ihn erst spät verdient habe. (5) Das Krongeld erließ er Italien, für die Provinzen verminderte er es, nachdem er die Probleme der Staatskasse redegewandt und detailiert dargestellt hatte. (6) Nachdem er darauf von dem Aufstand der Sarmaten und Roxolanen gehört hatte, schickte er Soldaten voraus und brach nach Mösien auf. (7) Den Marcus Turbo zeichnete er nach (seinem Feldzug in) Mauretanien mit den Insignien eines Präfekten aus und gab ihm das zeitweilige Kommando über Pannonien und Dakien. (8) Mit dem König der Roxolanen, der sich über die verminderten Subsidien beklagte, untersuchte er dessen Fall und schloß Frieden mit ihm.
VII. ((1)) Nigrini insidias, quas ille sacrificanti Hadriano conscio sibi Lusio et multi aliis paraverat, cum etiam sucessorem Hadrianus sibimet destinasset, evasit. (2) quare Palma Tarracinis, Celsus Baiis, Nigrinus Faventiae, Lusius in itinere senatu iubente, invito Hadriano, ut ipse in sua vita dicit, occisi sunt. (3) unde statim Hadrianus ad refellendam tristissimam de se opinionem, quod occidi passus esset uno tempore quattuor consulares, Romam venit, Dacia Turboni credita, titulo Aegyptiacae praefecturae, quo plus auctoritatis haberet, ornato, et ad comprimendam de se famam congiarium duplex praesens populo dedit, ternis iam per singulos aureis se absente divisis. (4) in senatu quoque excusatis, quae facta erant, iuravit se numquam senatorem nisi ex senatus sententia puniturum. (5) statum cursum fiscalem instituit, ne magistratus hoc onere gravarentur. (6) ad colligendam autem gratiam nihil praetermittens, infinitam pecuniam, quae fisco debebatur, privatis debitoribus in urbe atque in Italia, inprovinciis vero etiam ex reliquiis ingentes summas remisit, syngraphis in foro divi Traiani, quo magis securitas omnibus roburaretur, incensis. (7) damnatorum bona in fiscum privatum redigi vetuit, omni summa in aerario publico recepta. (8) pueris ac pullis, quibus etiam Traianus alimenta detulerat, incrementum liberalitatis adiecit. (9) senatoribus, qui non vitio suo decoxerant, patrimonium pro liberorum modo senatoriae professionis explevit, ita ut plerisque in diem vitae suae dimensum sine dilatione praestiterit. (10) ad honores explendos non solum amicis, sed etiam passim aliquantis multa largitus est. (11) feminas nonnullas ad sustentandam vitam sumptibus iuvit. (12) gladiatorium munus per sex dies continuos exhibuit rt mille feras natali suo edidit. VII (1) Dem Anschlag des Nigrinus, den jener mit Lusius und vielen anderen Mitwissern auf Hadrian, als er opferte, vorbereitet hatte, obwohl Hadrian selbst ihn als seinen Nachfolger bestimmt hatte. (2) Daher wurden Palma in Tarracina, Celsus in Baiae, Nigrinus in Faventia und Lusius auf einer Reise auf Befehl des Senats, aber gegen den Willen Hadrians getötet, wie er selbst in seinen Memoiren schreibt. (3) Daher vertraute er zur Unterdrückung der aufgrund der Tatsache, daß er es zugelassen hatte, daß vier Konsularen gleichzeitig getötet worden waren, äußerst ungünstigen öffentlichen Meinung über ihn dem Turbo, den er, um seine Autorität zu stärken, mit dem Titel eines Präfekten von Ägypten geschmückt hatte, Dakien an, kam selbst nach Rom und verteilte zur Unterdrückung der Gerüchte über ihn ein doppeltes Geldgeschenk an das Volk, nachdem schon in seiner Abwesenheit jedem drei Aurei gegeben worden waren. (4) Im Senat erklärte er, daß er am Geschehenen unschuldig sei und schwor, daß er niemals einen Sentor ohne Beschluß des Senats bestrafen werde. (5) Er richtete eine regelmäßige Staatpost ein, um die (örtlichen) Beamten damit nicht zu belasten. (6) Um Popularität zu gewinnen, ließ er nichts aus und erließ den privaten Schuldnern in Rom und Italien gewaltige Summen, die der kaiserlichen Privarschatulle geschuldet wurden; ebenso wurden den Provinzen gewaltige Summen rlassen. Die Schuldscheine ließ er im Forum des vergöttlichten Trajan verbrennen, damit das allgemeine Gefühl der Sicherheit gestärkt werde. (7) Die Vermögen der Veruteilten ließ er nicht in das kaiserliche Privatvermögen fließen, sondern in den Staatsschatz. (8) Den Jungen und Mädchen, denen schon Trajan Unterhalt gezahlt hatte, gewährte er weitere Zuschüsse. (9) Senatoren, die ohne eigene Schuld verarmt waren, gab er nach Maßgabe ihrer Kinderzahl ein Vermögen, das für eine senatorische Karriere ausreicht, so daß er vielen pünktlich ohne Verzögerung ihren Lebensunterhalt zahlte. (10) Zur Erfüllung von Ehrenämtern schenkte er vielen, nicht nur seinen Freunden, sondern auch hier und da und immer wieder viel. (11) Einige Frauen unterstützte er aus seinem Vermögen bei der Aufrechterhaltung seines Lebensunterhaltes. (12) Er gab Gladiatorenspiele an sechs Tagen in Folge, und an seinem Geburtstag brachte er eintausend wilde Tiere in die Arena.
VIII. (1) Optimos quosque de senatu in contubernium imperatoriae maiestatis adscivit. (2) ludos circenses praeter natalicios decretos sibi sprevit. (3) et in contione et in senatu saepe dixit ita se rem publicam gesturum, ut scirent populi rem esse, non propriam. (4) tertio consules, cum ipse ter fuisset, plurimos fecit, infinitimos autem secundi consulatus honore cumulavit. (5) ipsum autem tertium consulatum et quattuor mensibus tantum egit et in eo saepe ius dixit. (6) senatui legitimo, cum in urbe vel iuxta urbem esset, semper interfuit. (7) senatus fastigium in tantum extulit, difficile faciens senatores, ut, cum Attianum ex praefecto praetorii ornamentis consularibus praeditum faceret senatorem, nihil se amplius habere, quod in eum conferri posset, ostenderit. (8) equites Romanos nec sine se de senatoribus nec secum iudicare permisit. (9) erat enim tunc mos, ut, cum princeps causas agnosceret, et senatores et equites Romanos in consilum vocaret et sententiam ex omnium deliberatione proferret. (10) exsecratus est denique principes, qui minus senatoribus detulissent. (11) Serviano sororis viro, cui tantum detulit, ut ei venienti de cubiculo semper occurrerit, tertium consulatum, nec secum tamen, cum ille bis ante Hadrianum fuisset, ne esset secundae sententiae, non petenti ac sine precatione concessit. VIII (1) Die besten Mitglieder des Senats ließ er im engsten kaiserlichen Freundeskreis zu. (2) Alle für ihn beschlossenen Zirkusspiele lehnte er ab, bis auf die zu seinem Geburtstag. (3) Und im Senat und vor dem Volk sagte er oft, daß er die Staatsgeschäfte so führen werden, daß man erkennen würde, daß sie die Sache des Volkes, nicht seine eigene seien. (4) Er machte sehr viele zum dritten Male zum Konsul, obwohl erselbst (nur) dreimal Konsul war. Unzählige aber erhob er zu der Ehre eines zweiten Konsulates. (5) Seinen dritten Konsulat führte er nur vier Monate und sprach während dieser Zeit oft Recht. (6) Bei den ordentlichen Senatssitzungen, war er, wenn er in der Nähe oder in der Stadt war, stets anwesend. (7) Den Hochmut des Senats vergrößerte er so sehr, daß er, als er den ehemaligen Prätorianerpräfekten Attianus zum Senator mit den Konsularinsignien machte, darauf hinwies, er habe keine größere Ehre, die er ihm erweisen könne. (8) Römische Ritter ließ er weder ohne sich noch in seiner Anwesenheit über Senatoren urteilen. (9) Es bestand nämlich damals die Sitte, daß, wenn der Kaiser Fälle verhandelte, er sowohl Senatoren als auch römische Ritter in seinen Rat berief und das Urteil nach der Beratung mit allen fällte. (10) Schließlich verwünschte er die Kaiser, die den Senatoren zu wenig Aufgaben übertragen hätten. (11) Dem Servianus, dem Mann seiner Schwester, dem er soviel Ehr erwies, daß er wenn er aus seinen Gemächern kam, ihm immer entgegenging, gab er ohne dessen Bitten einen dritten Konsulat, aber nicht als sein Kollege, da Servianus schon zweimal vor Hadrian Konsul gewesen war und er nicht an zweiter Stelle stehen wollte. 
IX. (1) Inter haec tamen et multas provincias a Traiano adquisitas reliquit et theatrum, quod ille in Campo Martio posuerat, contra omnium vota destruxit. (2) et haec quidem eo tristiora videbantur, quod omnia, quae displicere vidisset Hadrianus, mandata sibi ut faceret secreto a Traiano esse simulabat. (3) Cum Attiani, praefecti sui et quondam tutoris, potentiam ferre non posset, nisus est eum obtruncare, sed revocatus est, quia iam quattuor consularium occisorum, quorum quidem necem in Attiani consilia refundebat, premebatur invidia. (4) Cui cum successorem dare non posset, quia non petebat, id egit, ut peteret, atque ubi primum petiit, in Turbonem transtulit potestatem; (5) cum quidem etiam Simili alteri praefecto Septicium Clarum successorem dedit. (6) Summotis his a praefectura, quibus debebat imperium, Campaniam petiit eiusque omnia oppida beneficiis et largitionibus sublevavit, optimum quemque amicitiis suis iungens. (7) Romae vero praetorum et consulum officia frequentavit, conviviis amicorum interfuit, aegros bis ac ter die et nonnullos equites Romanos ac libertinos visitavit, solaciis refovit, consiliis sublevavit, conviviis semper adhibuit. (8) omnia denique ad privati hominis modum fecit. (9) socrui suae honores praecipuos impendit ludis gladiatoriis ceterisque officiis. IX. (1) Zur gleichen Zeit räumte Hadrian viele Provinzen, die Trajan erworben hatte und ließ das Theater, das jener auf dem Marsfeld errichtet hatte, gegen die Meinung aller anderen abreißen. (2) Und dieses erschien umso trauriger, weil Hadrian von allem, was ihm unpopulär erschien, behauptete, er sei dazu heimlich von Trajan beauftragt worden. (3) Weil er die Macht des Attianus, seines Präfekten und früheren Erziehers nicht ertragen konnte, wollte er ihn ermorden lassen. Er wurde aber zurückgehalten, weil er schon wegen der Hinrichtung von vier Konsularen, deren Tod er auf Attianus' Ratschläge schob, vom Haß (der öffentlichen Meinung )verfolgt wurde. Da er ihm nur auf dessen Bitten hin einen Nachfolger geben konnte, drängte er darauf, daß er darum bat und übertrug das Amt dem Turbo; (5) zur gleichen Zeit erhielt der andere Präfekt Similis einen Nachfolger, nämlich Septicius Clarus. (6) Nach Entfernung eben der Leute, denen er die Herrschaft verdankte, aus der Präfektur ging er nach Kampanien und unterstützte dessen Städte alle mit Schenkungen und Wohltaten und verband gerade die besten Bürger durch Freundschaft mit sich. (7) In Rom aber war er oft bei den Amtsgeschäften der Prätoren und Konsuln anwesend, war bei Freunden zum Essen, besuchte Kranke zwei bis dreimal und erschien bei einigen römischen Rittern und Freigelassenen, richtete sie durch Trost wieder auf und lud sie immer zum Essen ein. (8) Alles machte er nach Art eines Privatmannes. (9) Seiner Schwiegermutter erwies er besondere Ehren durch Gladiatorenspiele und andere Zeremonien.
X. (1) Post haec profectus in Gallias omnes civitates variis liberalitatibus sublevavit. (2) inde in Germaniam transiit. pacisque magis quam belli cupidus militem, quasi bellum immineret, exercuit tolerantiae documentis eum imbuens, ipse quoque inter manipula vitam militarem ministrans, cibis etiam castrensibus in propatulo libenter intuens, hoc est larido, caseo et posca, exemplo Scipionis Aemiliani et Metelli et auctoris sui Traiani, multos praemiis, nonnullos honoribus donans, ut ferre possent ea, quae asperius iubebat; (3) si quidem ipse post Caesarem Octavianum labantem disciplinam incuria superiorum principum retinuit. Ordinatis et offciis et impendiis, numquam passus aliquem a castris iniuste abesse, cum tribunos non favor militum, sed iustitia commendaret. (4) Exemplo etiam virtutis suae ceteros adhortatus, cum etiam vicena milia pedibus armatus ambularet, triclinia de castris et porticus et cryptas et topia dirueret, (5) vestem humilliman frequenter acciperet, sine auro balteum sumeret, sine gemmis fibula stringeret, capulo vix eburneo spatham clauderet, (6) aegros milites in hospitiis suis videret, locum castris caperet, nulli vitem nisi robusto et bonae famae daret, nec tribunum nisi plena barba faceret aut eius aetatis quae prudentia et annis tribunatus robur impleret, (7) nec pateretur quicquam tribunum a milite accipere, delicata omnia undique summoveret, arma postremo eorum suppelectilemque corrigeret. (8) De militibus etiam aetatibus iudicabat, ne quis aut minus, quam virtus posceret, aut maior quam pateretur humanitas, in castris contra morem veterem versaretur, agebatque, ut sibi semper noti essent, et eorum numerus sciretur. X. (1) Danach brach er in die gallischen Provinzen auf und unterstützte alle Städte mit verschiedenen Wohltaten. (2) Von da ging er nach Germanien. Eifriger im Frieden als im Krieg, führte er dennoch mit den Soldaten Übungen durch, als ob ein Krieg drohe, zeigte ihnen Beweise seiner eigenen Zähigkeit, lebte auch selbst zwischen den Manipel ein Soldatenleben, nahm unter freiem Himmel gern Soldatenspeisen ein wie Speck, Käse und Mischtrank, nach dem Beispiel des Scipio Aemilianus, des Metellus und seines Adoptivvaters Trajan; er beschenkete viele mit Belohnungen, einige mit Ehren, sodaß sie seine härteren Befehle ertragen konnten. (3) Denn er stellte die Lagerdisziplin wieder her, die seit Octavianus Augustus durch die Sorglosigkeit seiner (Hadrians) Vorgänger ins Wanken gekommen war. Er regelte auch die Pflichten und die Besoldung der Soldaten neu, duldete nicht, daß einer ohne Berechtigung sich vom Lager entfernte, weil nicht die Gunst der Soldaten, sondern die Gerechtigkeit jemanden als Tribunen empfahl. (4) Mit dem Beispiel seiner Tapferkeit ermutigte er die anderen, indem er auch zwanzig Meilen bewaffnet marschierte, Speisezimmer, Säulengänge, Gewölbe und Landschaftsmalereien in den Kasernen zerstörte, (5) oft sehr einfache Kleidung trug, einen Schwertgurt ohne Gold, eine Gewandspange ohne Edelsteine und es nur ungern zuließ, daß das Heft seines Schwertes mit Elfenbein verschönert wurde. (6) Kranke Soldaten besuchte er in seinen Hospitälern, er suchte den Platz für das Lager aus. Den Zenturionenstab gab er nur starken Leuten mit gutem Ansehen, machte keinen zum Tribun, der nicht einen vollen Bart trug oder das Alter hatte, um der Autorität des Tribunen das volle Maß an Weisheit und Stärke zu geben, (7) und er duldete es nicht, daß ein Tribun etwas von einem Soldaten empfing, entfernte überall allen Luxus und verbesserte schließlich Bewaffnung und Ausrüstung der Soldaten. (8) Über das Dienstalter der Soldaten erließ er eine Verordnung, damit keiner, der jünger war als die Tapferkeit es forderte oder älter als es die Menschlichkeit zuließ, sich entgegen der alten Sitte im Lager aufhielt. Und er bemühte sich, daß sie ihm immer bekannt waren und er ihre Zahl kannte.
XI. (1) Laborabat praeterea, ut condita militaria diligenter agnosceret, reditus quoque provinciales sollerter explorans, ut, si alicubi quippiam deesset, expleret. Ante omnes tamen enitebatur, ne quid otiosum vel emeret aliquando vel pasceret. (2) Ergo conversis regio more militibus Britanniam petiit, in qua multa correxit murumque per octaginta milia passuum primus duxit, qui barbaros Romanosque divideret. (3) Septicio Claro praefecto et Suetonio Tranquillo epistularum magistro multisque aliis, quod apud Sabinam uxorem iniussu eius familiarius se tunc egerant quam reverentia domus aulicae postulabat, successores dedit, uxorem etiam ut morosam et asperam dimissurus, ut ipse dicebat, si privatus fuisset. XI. (1) Außerdem versuchte er, eine genaue Kenntnis der Militärlager, die Einnahmen der Provinzen prüfte er sorgfältig, sodaß, wenn irgendwo etwas fehlte, er helfen konnte. Vor allem bemühte er sich darum, daß er nichts unnützes kaufte oder unterhielt. (2) Und so brach er, nachdem er die Armee nach Art eines monarchen reformiert hatte, nach Britannien auf, stellte dort manche Mißstände ab und errichtete als erster eine Mauer, achzig Meilen lang, die die Barbaren von den Römern trennen sollte (122n.). (3) Dem Präfekten Septicius Clarus und dem magister epistularum Suetonius Tranquillus und vielen anderen gab er, weil sie bei seiner Frau Sabina gegen seinen Befehl sich damals vertrauter benahmen als die Ehrfurcht vor dem kaiserlichen Haus verlangte, Nachfolger, wobei er seine Ehefrau auch als mürrisch und unleidlich verstoßen hätte, wie er selbst sagte, wenn er ein Privatmann gewesen wäre.
XII. (1) Conpositis in Brittania rebus transgressus in Galliam Alexandrina seditione turbatus, quae nata est ob Apidem, qui, cum repertus esset post multos annos, turbas inter populos creavit, apud quem deberet locari, omnibus studiose certantibus. (2) Per idem tempus in honorem Plotinae basilicam apud Nemausum opere mirabili extruxit. (3) Post haec Hispania petit et Tarracone hiemavit, ubi sumptu suo aedem Augusti restituit. (4) Omnibus Hispanis Tarraconem in conventum vocatis dilectumque ioculariter, ut verba ipsa ponit Marius Maximus, retractantibus Italicis, vehementissime ceteris prudenter et caute consuluit. (5) Quo quidem tempore non sine gloria gravissimum periculum adiit apud Tarraconem spatians per viridiaria servo in se hospitis cum gladio furiosius inruente; quem retentum ille ministris adcurrentibus tradidit et, ubi furiosum esse constitit, medicis curandum dedit in nullo omnino commotus. (6) Per ea tempora et alias frequenter in plurimis locis, in quibus barbari non fluminibus sed limitibus dividuntur, stipitibus magnis in modum muralis saepis funditus iactis atque conexis barbaros separavit. 7 Germanis regem constituit, motus Maurorum compressit et a senatu supplicationes emeruit. 8 Bellum Parthorum per idem tempus in motu tantum fuit, idque Hadriani conloquio repressum est.  XII. (1) Nachdem die Angelegenheiten in Britannien geregelt waren, ging er nach Gallien, durch den Aufstand in Alexandria beunruhigt, der wegen des Apis entstanden war, der, da er nach vielen Jahren wiedergefunden worden war, Streit unter den Völkern auslöste, bei wem es aufgestellt werden müsse, wobei alle eifrig darum kämpften. (2) Um dieselbe Zeit errichtete er bei Nemausus in wundervoller Arbeit eine Basilica zu Ehren der Plotina. (3) Danach ging er nach Spanien und überwinterte in Tarraco (122-123), wo er auf eigene Kosten den Tempel des Augustus wiederherstellte. (4) Nachdem er alle Spanier nach Tarraco zu einer Versammlung gerufen hatte und die Italiker sich, wie Marius Maximus es formulierte, scherzhaft und die anderen sehr heftig der Aushebung widersetzten, traf er klug und sorgfältig Maßnahmen. (5) Zu dieser Zeit setzte er sich nicht ohne Ruhm einer sehr großen Gefahr aus, als er in der Nähe von Tarraco spazierte und ein Sklave aus dem Haushalt mit einem Schwert ziemlich wahnsinnig auf ihn zustürzte;diesen hielt er fest und übergab ihn den hinzueilenden Dienern und, als er feststellte, daß dieser wahnsinnig war, übergab er ihn den Ärzten zur Behandlung ohne die geringste Beunruhigung. (6) Zu dieser Zeit und oft bei anderen Gelegenheiten
XIII. (1) Post haec per Asiam et insulas ad Achaiam navigavit et Eleusinia sacra exemplo Herculis Philippique suscepit, multa in
Athenienses contulit et pro agonotheta resedit. 2 Et in Achaia quidem etiam illud observatum ferunt, quod, cum in sacris multi cultros haberent, cum Hadriano nullus armatus ingressus est. 3 Post in Siciliam navigavit, in qua Aetnam montem conscendit, ut solis ortum videret arcus specie, ut dicitur, varium. 4 Inde Romam venit atque ex ea in Africam transiit ac multum beneficiorum provinciis Africanis adtribuit. 5 Nec quisquam fere principum tantum terrarum tantum celeriter peragravit. 6 Denique cum post Africam Romam redisset, statim ad orientem profectus per Athenas iter fecit atque opera, quae apud Athenienses coeperat, dedicavit, ut Iovis Olympii aedem et aram sibi, eodemque modo per Asiam iter faciens templa sui nominis consecravit. 7 Deinde a Cappadocibus servitia castris profutura suscepit. 8 Toparchas et reges ad amicitiam invitavit, invitato etiam Osdroe rege Parthorum remissaque illi filia, quam Traianus ceperat, ac promissa sella, quae itidem capta fuerat. 9 Cumque ad eum quidam reges venissent, ita cum his egit, ut eos paeniteret, qui venire noluerunt, causa speciatim Farasmanis, qui eius invitationem superbe neglexerit. (1)0 Et circumiens quidem provincias procuratores et praesides pro factis supplicio adfecit, ita severe ut accusatores per se crederetur inmittere. 
 
XIV. (1) Antiochenses inter haec ita odio habuit, ut Syriam a Phoenice separare voluerit, ne tot civitatum metropolis Antiochia diceretur. 2 Moverunt ea tempestate et Iudaei bellum, quod vetabantur mutilare genitalia. 3 Sed in monte Casio, cum videndi solis ortus gratia nocte ascendisset, imbre orto fulmen decidens hostiam et victimarium sacrificanti adflavit. 4 Peregrata Arabia Pelusium venit et Pompei tumulum magnificentius extruxit. 5 Antinoum suum, dum per Nilum navigat, perdidit, quem muliebriter flevit. 6 De quo varia fama est aliis eum devotum pro Hadriano adserentibus, aliis, quod et forma eius ostentat et nimia voluptas Hadriani. 7 Et Graeci quidem volente Hadriano eum consecraverunt oracula per eum dari adserentes, quae Hadrianus ipse conposuisse iactatur. 8 Fuit enim poematum et
litterarum nimium studiosissimus. 9 Arithmeticae, geometriae, picturae peritissimus. Iam psallendi et cantandi scientiam prae se ferebat. In voluptatibus nimius. Nam et de suis dilectis multa versibus composuit. (amatoria carmina scripsit.) 10 Idem armorum peritissimus et rei militaris scientissimus, gladiatoria quoque arma tractavit. 11 Idem severus laetus, comis gravis, lascivus cunctator, tenax liberalis,
<simplex> simulator, saevus clemens et semper in omnibus varius. 
 
XV. (1) Amicos ditavit et quidem non petentes, cum petentibus nil negaret. 2 Idem tamen facile de amicis, quidquid insusurrabatur, audivit atque ideo prope cunctos vel amicissimos vel eos, quos summis honoribus evexit, postea ut hostium loco habuit, ut Attianum et Nepotem et Septicium Clarum. 3 Nam Eudaemonem prius conscium imperii ad egestatem perduxit, 4 Polyaenum et Marcellum ad mortem voluntariam coegit, 5 Heliodorum famosissimis litteris lacessivit, 6 Titianum ut conscium tyrannidis et argui passus est et proscribi. 7 Umidium Quadratum et Catilium Severum et Turbonem graviter insecutus est, 8 Servianum sororis virum nonagesimum iam annum agentem, ne sibi superviveret, mori coegit; 9 libertos denique et nonnullos milites insecutus est. 10 Et quamvis esset oratione et versu promtissimus et in omnibus artibus peritissimus, tamen professores omnium artium semperut doctior risit, contempsit, obtrivit. (1)(1) Cum his ipsis professoribus et philosophis libris vel carminibus invisem editis saepe certavit. (1)2 Et Favorinus quidem, cum verbum eius quondam ab Hadriano reprehensum esset atque ille cessisset, arguentibus amicis, quod male cederet, Hadriano de verbo, quod idonei auctores usurpassent, risum iocundissimum movit; (1)3 ait enim : "non recte suadetis, familiares, qui non patiminime illum doctiorem omnibus credere, qui habet triginta legiones."   
XVI. (1) Famae celebris Hadrianus tam cupidus fuit, ut libros vitae suae scriptos a se libertis suis litteratis dederit iubens, ut eos suis
nominibus publicarent; nam et Phlegontis libri Hadriani esse dicuntur. 2 Catacannas libros obscurissimos Antimachum imitando scripsit. 3 Floro poetae scribenti ad se :

ego nolo Caesar esse,
ambulare per Brittanos,
<latitare per Germanos,>
Scythicas pati pruinas

4 rescripsit :

ego nolo Florus esse,
ambulare per tabernas,
latitare per popinas,
culices pati rutundos.

5 Amavit praeterea genus vetustum dicendi, controversias declamavit. 6 Ciceroni Catonem, Vergilio Ennium, Salustio Coelium praetulit eademque iactatione de Homero ac Platone iudicavit. 7 Mathesin sic scire sibi visus est, ut sero kalendis Ianuariis scripserit, quid ei toto anno posset evenire, ita ut eo anno, quo perit, usque ad illam horam, qua est mortuus, scripserit, quid acturus esset. 8 Sed quamvis esset in reprehendendis musicis, tragicis, comicis, grammaticis, rhetoribus, oratoribus facilis, tamen omnes professores et honoravit et divites fecit, licet eos quaestionibus semper agitaverit. 9 Et cum ipse auctor esset, ut multi ab eo tristes recederent, dicebat se graviter ferre, si quem tristem videret. 10 In summa familiaritate Epictetum et Heliodorum philosophos et, ne nominatim de omnibus dicam, grammaticos, rhetores, musicos, geometras, pictores, astrologos habuit, prae ceteris, ut multi adserunt, eminente Favorino. 11 Doctores, qui professioni suae inhabiles videbantur, dilatos honoratosque a professione dimisit. 
 
XVII. (1) Quos in privata vita inimicos habuit, imperator tantum neglexit, ita ut uni, quem capitalem habuerat, factus imperator diceret
"evasisti". 2 His, quos ad militiam ipse per se vocavit, equos, mulos, vestes, sumptus et omnem ornatum semper exhibuit. 3 Saturnalicia et sigillaricia frequenter amicis inopinantibus misit et ipse ab his libenter accepit et alia invicem dedit. 4 Ad deprehendendas obsonatorum fraudes, cum plurimis simmatibus pasceret, fercula de aliis mensis etiam ultimis quibusque iussit sibi adponi. 5 Omnes reges muneribus suis vicit. Publice frequenter et cum omnibus lavit. 6 Ex quo ille iocus balnearis innotuit : nam cum quodam tempore veteranum quendam notum sibi in militia dorsum et ceteram partem corporis vidisset adterere <parieti>, percontatus, cur se marmoribus destringendum daret, ubi audivit hoc idcirco fieri, quod servum non haberet, et servis eum donavit et sumptibus. 7 Verum alia die cum plures senes ad provocandam liberalitatem principis parieti se adtererent, evocari eos iussit et alium ab alio invicem defricari. 8 Fuit et plebis iactantissimus amator. Peregrinationis ita cupidus, ut omnia, quae legerat de locis orbis terrarum, praesens vellet addiscere. 9 Frigora et tempestates ita patienter tulit, ut numquam caput texerit. 10 Regibus multis plurimum detulit, a plerisque vero etiam pacem redemit, a nonnullis contemptus est, 11 multis ingentia dedit munera, sed nulli maiora quam Hiberorum, cui et elephantum et quinquagenariam
cohortem post magnifica dedit dona. 12 Cum a Farasmane ipse quoque ingentia mune<r>a don<o> accepisset atque inter haec auratas
quoque clamydes, trecentos noxios cum auratis clamydibus in harenam misit ad eius munera deridenda. 
 
XVIII. (1) Cum iudicaret, in consilio habuit non amicos suos aut comites solum sed iuris consultos et praecipue Iuventium Celsum,
Salvium Iulianum, Neratium Priscum aliosque, quos tamen senatus omnis probasset. 2 Constituit inter cetera, ut in nulla civitate domus aliqua transferendae ad aliam urbem vilis materiae causa dirueretur. 3 Liberis proscriptorum duodecimas bonorum concessit. 4 Maiestatis crimina non admisit. 5 Ignotorum heredidates repudiavit nec notorum accepit, si filios haberent. 6 De thesauris ita cavit, ut, <si> quis in
suo repperisset, ipse potiretur, si quis in alieno, dimidium domino daret, si quis in publico, cum fisco aequabiliter partiretur. 7 Servos a dominis occidi vetuit eosque iussit damnari per iudices, si digni essent. 8 Lenoni et lanistae servum vel ancillam vendi vetuit causa non praestita. 9 Decoctores bonorum suorum, si suae auctoritatis essent, catomidiari in amphitheatro et dimitti iussit. 10 Ergastula servorum et liberorum tulit. Lavacra pro sexibus separavit. 11 Si dominus in domo interemptus esset, non de omnibus servis quaestionem haberi sed de his, qui per vicinitatem poterant sentire, praecepit. 
 
XIX. (1) In Etruria praeturam imperator egit. Per Latina opida dictator et aedilis et duumvir fuit, apud Neapolim demarchus, in patria sua
quinquennalis et item Hadriae quinquennalis, quasi in alia patria, et Athenis archon fuit. 2 In omnibus paene urbibus et aliquid aedificavit
et ludos edidit. 3 Athenis mille ferarum venationem in statio exhibuit. 4 Ab urbe Roma numquam ullum venatorem aut scaenicum avocavit. 5 Romae post ceteras inmensissimas voluptates in honorem socrus suae aromatica populo donavit, in honorem Traiani balsama et crocum per gradus theatri fluere iussit. 6 Fabulas omnis generis more antiquo in theatro dedit, histriones aulicos publicavit. 7 In circo multas feras et saepe centum leones interfecit. 8 Militares pyrrichas populo frequenter exhibuit. Gladiatores frequenter spectavit. 9 Cum opera ubique infinita fecisset, numquam ipse nisi in Traiani patris templo nomen suum scripsit. (1)0 Romae instauravit Pantheum, saepta,
basilicam Neptuni, sacras aedes plurimas, forum Augusti, lavacrum Agrippae, eaque omnia propriis auctorum nominibus consecravit. (1)(1) Fecit et sui nominis pontem et sepulchrum iuxta Tiberim et aedem Bonae Deae. (1)2 Transtulit et colossum stantem atque suspensum per Decrianum architectum de eo loco, in quo nunc templum Urbis est, ingenti molimine, ita ut operi etiam elephantos viginti quattuor exhiberet. (1)3 Et cum hoc simulacrum post Neronis vultum, cui antea dicatum fuerat, Soli consecrasset, aliud tale Apollodoro architecto auctore facere Lunae molitus est. 
 
XX. (1) In conloquiis etiam humillimorum civilissimus fuit, detestans eos, qui sibi hanc voluptatem humanitatisquasi servantes fastigium principis inviderent. 2 Apud Alexandriam in musio multas quaestiones professoribus proposuit et propositas ipse dissolvit. 3 Marius Maximus dicit eum natura crudelem fuisse et idcirco multa pie fecisse, quod timeret, ne sibi idem, quod Domitiano accidit, eveniret. 4 Et cum titulos in operibus non amaret, multas civitates Hadrianopolis appellavit, ut ipsam Karthaginem et Athenarum partem. 5 Aquarum ductus etiam infinitos hoc nomine nuncupavit. 6 Fisci advocatum primus instituit. 7 Fuit memoriae ingentis, facultatis inmensae ; nam ipse orationes et dictavit et ad omnia respondit. 8 Ioca eius plurima exstant ; nam fuit etiam dicaculus. Unde illud quoque innotuit, quod,
cum cuidam canescenti quiddam negasset, eidem iterum petenti sed infecto capite respondit "iam hoc patri tuo negavi". 9 Nomina plurimis sine nomenclatore reddidit, quae semel et congesta simul audiverat, ut nomenclatores saepius errantes emendarit. (1)0 Dixit et veteranorum nomina, quos aliquando dimiserat. Libros statim lectos et ignotos quidem plurimis memoriter reddidit. (1)(1) Uno tempore scripsit, dictavit, audivit et cum amicis fabulatus est (si potest credi). Omnes publicas rationes ita complexus est, ut domum privatam quivis paterfamilias diligens non satis novit. (1)2 Equos et canes sic amavit, ut eis sepulchra constitueret. (1)3 Oppidum Hadrianotheras in quodam loco, quod illic et feliciter esset venatus et ursam occidisset aliquando, constituit. 
 
XXI. (1) De iudicis omnibus semper cuncta scrutando tamdiu requisivit, quamdiu verum inveniret. 2 Libertos suos nec sciri voluit in
publico nec aliquid apud se posse, dicto suo omnibus superioribus principibus vitia imputans libertorum, damnatis omnibus libertis suis, quicumque se de eo iactaverant. 3 Unde extat etiam illud seuerum quidem sed prope ioculare de servis. nam cum quodam tempore
servum suum inter duos senatores e conspectu ambulare vidisset, misit, qui ei collafum daret <diceret>que : "Noli inter eos ambulare, quorum esse adhuc potes servus". 4 Inter cibos unice amavit tetrafarmacum, quod erat de fasiano, sumine, perna et crustulo. 5 Fuerunt eius temporibus fames, pestilentia, terrae motus, quae omnia, quantum potuit, procuravit multisque civitatibus vastatis per ista subvenit. 6
Fuit etiam Tiberis inundatio. 7 Latium multis civitatibus dedit, tributa multis remisit. 8 Expeditiones sub eo graves nullae fuerunt; bella etiam silentio paene transacta. 9 A militibus propter curam exercitus nimiam multum amatus est, simul quod in eos liberalissimus fuit. (1)0 Parthos in amicitia semper habuit, quod inde regem retraxit, quem Traianus inposuerat. (1)(1) Armeniis regem habere permisit, cum sub Traiano legatum habuissent. 12 Mesopotamenos non exegit tributum, quod Traianus inposuit. 13 Albanos et Hiberos amicissimos habuit, quod reges eorum largitionibus prosecutus est, cum ad illum venire contempsissent. 14 Reges Bactrianorum legatos ad eum amicitiae
petendae causa supplices miserunt. 
 
XXII. 1 Tutores saepissime dedit. Disciplinam civilem non aliter tenuit quam militarem. 2 Senatores et equites Romanos semper in publico togatos esse iussit, nisi si a cena reverterentur. 3 Ipse, cum in Italiam esset, semper togatus processit. 4 Ad convivium venientes senatores stans excepit semperque aut pallio tectus discubuit aut toga summissa. 5 Diligentia iudicis sumptus convivii constituit et ad anti commodum redegit. 6 Vehicula cum ingentibus sarcinis urbem ingredi prohibuit. Sederi equos in civitatibus non sivit. 7 Ante octavam horam in publico neminem nisi aegrum lavari passus est. 8 Ab epistolis et a libellis primus equites Romanos habuit. 9 Eos, quos pauperes et innocentes vidit, sponte ditavit, quos vero calliditate ditatos, etiam odio habuit. 10 Sacra Romana diligentissime curavit, peregrina contempsit. pontificis maximi officium peregit. 11 Causas Romae atque provinciis frequenter audivit adhibitis in consilio suo consulibus atque praetoribus et optimis senatoribus. 12 Fucinum lacum emisit. 13 Quattuor consulares per omnem Italiam iudices constituit. 14 Quando in Africam venit, ad adventum eius post quinquennium pluit, atque ideo ab Africanis dilectus est.  
XXIII. 1 Peragratis sane omnibus orbis partibus capite nudo et in summis plerumque imbribus atque frigoribus in morbum incidit
lectualem. 2 Factusque de successore sollicitus primum de Serviano cogitavit, quem postea, ut diximus, mori coegit. 3 Fuscum, quod
imperium praesagiis et ostentis agitatus speraret, in summa destestatione habuit. 4 Platorium Nepotem, quem tantopere ante dilexit, ut
veniens ad eum aegrotantem Hadrianus inpune non admitteretur, suspicionibus adductus, est -, 5 eodem modo et Terentium Gentianum,
et hunc vehementius, quod a senatu diligi tunc videbat, 6 omnes postremo, de quorum imperio cogitavit, quasi futuros imperatores
detestatus est. 7 Et omnem quidem vim crudelitatis ingenitae usque eo repressit, donec in villa Tiburtina pro fluvio sanguinis paene ad
exitum venit. 8 Tunc libere Servianum quasi affectatorem imperii, quod servis regis cenam misisset, quod in sedili regio iuxta lectum
posito sedisset, quod erectus ad stationes militum senex nonagenarius processisset, mori coegit multis aliis interfectis vel aperte vel per
insidias. 9 Quando quidem etiam Sabina uxor non sine fabula veneni dati ab Hadriano defuncta est. 10 Tunc Ceionium Commodum,
Nigrini generum insidiatoris quondam, sibi forma commendatum adoptare constituit. 11 Adoptavit ergo Ceionium Commodum Verum
invitis omnibus eumque Aelium Verum Caesarem appellavit. 12 Ob cuius adoptationem ludos circenses dedit et donativum populo ac militibus expendit. 13 Quem praetura honoravit ac statim Pannoniis inposuit decreto consulatu cum sumptibus. Eundem Commodum secundo consulem designavit. 14 Quem cum minus sanum videret, saepissime dictitavit : "in caducum parietem nos inclinavimus et perdidimusque ter milies sestertium, quod populo et militibus pro adoptione Commodi dedimus". 15 Commodus autem prae valetudine nec gratias quidem in senatuagere potuit Hadriano de adoptione. Denique accepto largius antidoto ingravescente valetudine per somnum
perit ipsis kalendis Ianuariis. Quare ab Hadriano Votorum causa lugeri est vetitus. 
 
XXIV. 1 Et mortuo Aelio Vero Caesare Hadrianus ingruente tristissima valetudine adoptavit Arrium Antoninum, qui postea Pius dictus
est, et ea quidem lege, ut ille sibi duos adoptaret, Annium Verum et Marcum Antoninum. 2 Hi sunt qui postea duo pariter Augusti primi
rem publicam gubernaverunt. 3 Et Antoninus quidem Pius idcirco appellatus dicitur, quod socerum fessum aetate manu sublevaret. 4
Quamvis alii cognomentum hoc ei dicant inditum, quod multos senatores Hadriano iam saevienti abripuisset, 5 alii, quod ipsi Hadriano magnos honores post mortem detulisset. 6 Antonini adoptionem plurimi tunc factam esse doluerunt, speciatim Catilius Severus, praefectus urbi, qui sibi praeparabat imperium. 7 Qua re prodita successore accepto dignitate privatus est. 8 Hadrianus autem ultimo vitae taedio iam adfectus gladiose transfigi a servo iussit. 9 Quod cum esset proditum et in Antonini usque notitiam venisset, ingressis ad se praefectis et filio rogantibusque, ut aequo animo necessitatem morbi ferret, irratus illis auctorem proditionis iussit occidi, qui tamen ab Antonino servatus est. 10 Statimque testamentum scripsit nec tamen actus rei publicae praetermisit, dicente Antonino parricidam se futurum, si Hadrianum adoptatus ipse pateretur occidi. 11 Et post testamentum quidem iterum se est conatus occidere; subtracto pugione saevior factus est. 12 Petit et venenum a medico, qui se ipse, ne daret, occidit. 
 
XXV. 1 Ea tempestate supervenit quaedam mulier, quae diceret somnio se monitam, ut insinuaret Hadriano, ne se occideret, quod esset bene valiturus. Quod cum non fecisset, esset caecatam. iussam tamen iterum Hadriano eadem dicere atque genua eius osculare <oculos> recepturam, si id fecisset. 2 Quod cum ex somnio implesset, oculos recepit, cum a<qua>, quae in fano erat, ex quo venerat, oculos abluisset. 3 Venit et de Pannonia quidam vetus caecus ad febrientem Hadrianum eumque contigit. 4 Quo facto et ipse oculos recepit, et Hadrianum febris reliquit. Quamvis Marius Maximus haec per simulationem facta commemoret. 5 Post haec Hadrianus Baias petit Antonino Romae ad imperandum relicto. 6 Ubi cum nihil proficeret, arcessito Antonino in conspectu eius apud ipsas Baias perit die VI.
iduum Iuliarum. 7 Invisusque omnibus sepultus est in villa Ciceroniana Puteolis. 8 Sub ipso mortis tempore et Servianum nonaginta annos agentem, ut supra dictum est, ne sibi superviveret atque, ut putabat, imperaret, mori coegit et ob leves offensas plurimos iussit occidi, quos Antoninus reservavit. 9 Et moriens quidem hos versus fecisse dicitur :

animula vagula blandula,
hospes comesque corporis,
quae nunc abibis in loca
pallidula rigida nudula
nec, ut soles, dabis iocos!

10 Tales autem nec multos meliores fecit et Graecos. Vixit annis LXII, mensibus V, diebus XVII. Imperavit annis XXI, mensibus XI. 
 
XXVI. 1 Statura fuit procerus, forma comptus, flexo ad pectinem capillo, promissa barba, ut vulnera, quae in facie naturalia erant,
tegeret, habitudine robusta. 2 Equitavit ambulavitque plurimum armisque et pilo se semper exercuit. 3 Venatus frequentissime leonem manu sua occidit. Venando autem iugulum et costam fregit. Venationem semper cum amicis participavit. 4 In convivio tragoedias, comoedias, Attellanas, sambucas, lectores, poetas pro re semper exhibuit. 5 Tiburtinam villam mire exaedificavit, ita ut in ea et provinciarum et locorum celeberrima nomina inscriberet, velut Lycium, Academian, Prytanium, Canopum, Poecilen, Tempe vocaret. et, ut nihil praetermitteret, etiam inferos finxit. 6 Signa mortis haec habuit : natali suo ultimo, cum Antoninum commendaret, praetexta sponte delapsa caput ei aperuit. 7 Anulus, in quo imago ipsius sculpta erat, sponte de digito delapsus est. 8 Ante diem natalis eius nescio qui ad senatum ululans venit ; contra quem Hadrianus ita motus est, quasi de sua mortelo queretur, cum eius verba nullus agnosceret. 10 Idem cum vellet in senatu dicere "post filii mei mortem", "post meam" dixit. somniavit praeterea se a patre potionem soporiferam impetrasse. Item somniavit a leone se oppressum esse. 
 
XXVII. 1 In mortuum eum a multis multa sunt dicta. acta eius inrita fieri senatus volebat. 2 Nec appellatus esset divus, nisi Antoninus
rogasset. 3 Templum denique ei pro sepulchro apud Puteolos constituit et quinquennale certamen et flamines et sodales et multa alia, quae ad honorem quasi numinis pertinerent. 4 Qua re, ut supra dictum est, multi putant Antoninum Pium dictum. 
 
  E. Schulz (10.02.02)