HORAZ

Horaz, mit vollem Namen Quintus Horatius Flaccus wurde am 8. Dezember 63 v. Chr. in Venosa an der Grenze zwischen Lukanien und Apulien als Sohn eines Freigelassenen geboren.

Die geschichtlichen Daten über den Dichter sind vergleichsweise zahlreich. Das liegt nicht zuletzt daran, dass er in seine eigenen Werke einige Hinweise und Daten eingefügt hat. Allerdings sind diese poetischen Angaben nicht unstrittig und dürfen nicht als wissenschaftlich erwiesen betrachtet werden.

Er selbst beschrieb sich mit 44 Jahren als klein, wohlbeleibt und früh ergraut. Er war sich auch seines Jähzornes bewusst, der laut eigener Aussage aber ebenso schnell erlosch, wie er aufloderte.

Vornehmlich bezeichnete sich Horaz als Epikureer, aber auch Einflüsse der stoischen Philosophie und der kynischen Diatribe lassen sich in seinen Werken erkennen.

Horaz kam durch seinen Vater in den Genuss einer vorzüglichen Erziehung. Zuerst in seiner Heimat, dann in Rom, wobei seine Mitschüler meist aus höchsten Kreisen stammten. Später lebte er als Student in Athen.  

Nach Beendigung seiner Studien wurde er von der Realität wieder eingeholt: Es herrschte Bürgerkrieg. Iunius Brutus übertrug Horaz ein für einen Studenten ungewöhnlich hohes militärisches Kommando als Tribun. Horaz erlitt eine Niederlage und verlor sein gesamtes väterliches Erbe.

Nun musste er für seinen Lebensunterhalt arbeiten, er fand eine Beschäftigung bei der Staatskasse. Später machte er die eher ironisch zu bewertende Aussage, die Armut habe ihn dazu geführt, Verse zu machen. Dennoch zeigte sich, dass seine ersten Dichtungen in den 30er Jahren v. Chr. ihn aus der finanziellen Notlage herausführen sollten: Es kam zu Begegnungen mit Vergilius und Varius, durch sie lernte er Maecenas und durch diesen Octavian, den späteren Augustus kennen. 

Von nun an ging es wieder bergauf. Von Maecenas bekam er ein Landgut geschenkt, aus dem er seinen Lebensunterhalt bestritt  und fand ein neues Zuhause in der Fremde.

Von Augustus selbst erhielt Horaz das höchst ehrenvolle Angebot, als Privatsekretär für ihn zu arbeiten, eine sehr einflussreiche Stellung. Dennoch lehnte der Dichter ab, was für ihn jedoch keinerlei negative Folgen hatte.

Am 27. November 8 v. Chr. starb Horaz 57-jährig. Er wurde auf Esquilin beerdigt, als Erben bestimmte er Augustus.

Carmen Saeculare

Augustus und das Carmen Saeculare

Marleen Pöhler

01.07.2000