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Das Ideal der römischen Frau Pflichtgefühl ( pietas ), Treue ( fides ) und Keuschheit ( pudicitia ) wurden als besonders geschätzte Tugenden an einer römischen Frau angesehen. Nach dem gesellschaftlichen Normbild eines Mannes fand eine Frau, die möglichst diese Eigenschaften besaß, ihren Platz im Haushalt, wo sie unter anderem ihre dienende Rolle als Tochter, Ehefrau und Mutter zu erfüllen hatte. Das Ansehen dieser hing jedoch vom sozialen Status ihres Mannes ab. Danach richteten sich auch die Aufgaben einer Frau im Haushalt, wo sie die meiste Zeit verbrachte. In einer wohlhabenden Familie konnte die Frau Aufgaben wie Wasserholen und Kochen den Sklaven übertragen. Sie hatte außerdem die "Schlüsselgewalt" über das Haus und leitete somit den Haushalt. In Abwesenheit des Ehemannes dehnte sich diese Aufgabe sogar aus, und zwar auf die Führung der Familiengeschäfte. Wollte ein Ehemann die häusliche Qualität ( domesticum bonum ) seiner verstorbenen Frau loben, so ließ er auf den Grabstein neben "Keuschheit, Umgänglichkeit und Gehorsam" auch ihre Wollarbeit ( lanificium ) meißeln. Die Wollarbeit war nämlich der Inbegriff von Keuschheit ( castitas ). Das Leben der "idealen" Römerin beschränkte sich aber nicht nur auf den Haushalt. Sie ging aus dem Haus, um einzukaufen, Besuche zu machen, an öffentlichen Unterhaltungen teilzunehmen und in Tempeln zu beten.
Rekonstruktion einer römischen Küche |