Da in diesem Haus die Küche als eigenständiger Raum zu finden ist,
können wir davon ausgehen, daß es aus der republikanischen Zeit
stammt, denn vorher befand sich der Herd im "Atrium", dem Zentralraum des
Hauses, dessen Name sich aufgrund der rußgeschwärzten Wände
vom lateinischen Wort "ater" für "schwarz" ableitet.
Die Küche lag wegen der Ausdünstungen immer etwas abseits (hier
in einer Ecke des Hauses), aber in der Nähe des Speiseraums und - was
für uns heute unvorstellbar wäre - teilweise neben der Toilette,
was die Entsorgung des Abwassers und der Küchenabfälle erleichterte.
Pompeianische Küchen waren zwischen 6 und 20 qm groß und zeigten
durch ihre Größe und Einrichtung auch den Status des Besitzers
an. Ein Herd war jedoch immer vorhanden, gewöhnlich in einer Ecke
aufgemauert. Er war zum Teil 120 cm hoch und 80 cm tief und enthielt dann
eine rundgemauerte Nische zur Lagerung von Brennholzvorräten oder auch
ebenerdig mit Töpfen auf Rosten oder an Eisenhaken. Ein über dem
Herd eingebautes Fenster bildete meist die Abzugsmöglichkeit für
Rauch und Kochdunst.
Große Küchen besaßen auch einen Backofen. Das Kochgeschirr
befand sich meist aufgehängt an den Wänden oder auf Regalen und
Anrichten, während man Vorratsgefäße (Fässer, Säcke
und Amphoren) meist auf dem Boden lagerte.
Auch Wasserkessel und ein Becken zum Anrichten der Speisen oder zum Abwaschen
gehörte zur Kücheneinrichtung.
Wenn das Gesinde - wie auf vielen Gutshöfen üblich - in der Küche
aß, war diese Eßküche dementsprechend geräumig.
In Mietshäusern gab es aus Platzmangel zumeist keine Küchen, es
blieb nur die Möglichkeit, seine Mahlzeiten in einer Imbißstube
einzunehmen.