Mithras
Kult
Der Mithraskult war wie viele
orientalische Religionen ein Mysterienkult, dessen Rituale nur Eingeweihte
erleben durften. Sieben geheimnisvolle Grade mußte der Gläubige
durchlaufen, um zur vollen Einsicht zu gelangen. Im Gegensatz zu anderen
wichtigen Kultreligionen der Zeit - Isiskult, Dionysosmysterien, Kult
der Großen Mutter Kybele - blieb die Mithrasreligion reine Männersache.
Mithras und Christus
Gerade die Soldaten konnten sich
wohl keine Religion erlauben, die dem Kaiser mißfiel. Und die
gesellschaftliche Gruppe, die dem frühen Christentum entscheidend zum
Durchbruch verhalf, fehlte der Mithrasreligion völlig: Die Frauen.
http://www.gunnet.de/museum/content/roemer/mithras12.html
Altarstein, dem Gott Mithras
geweiht. Die - stark abgekürzte - Inschrift lautet: "Dem
unbesiegten Mithras (Soli Invicto Mithrae) stifteten das Mal samt dem
Tempel ... (es folgen die Namen) ..., beide Rittmeister der Ala I
Auriana ... Sie lösen damit ihr Gelöbnis ein."
Offizielle Religion war der römische
Götterkult, doch daneben gab es immer eine Vielzahl anderer Gottheiten
und Kulte. Im 1. Jh. n.Chr. etablieren sich verstärkt orientalische
Religionen in Italien - und mit ihnen der Kult des persischen Gottes
Mithras, der sich schnell im ganzen Römischen Imperium ausbreitete.

Mithras steht als Gott des
Lichtes, als heldenhafter Sonnengott im Kampf gegen das Böse und die
Finsternis. Es ist daher kein Zufall, daß der Mithraskult vor allem bei
den römischen Soldaten seine Hochblüte erlebte - der heldenhafte Kämpfer
Mithras galt als besonderer Schutzgott der
Legionäre. Und ganz selbstverständlich nahmen römische Legionen ihren
Gott auch in fremde Lande mit: In Spanien, im Donauraum, am Rhein, den
ganzen Limes entlang bis nach England errichteten römische Soldaten
ihrem Gott Heiligtümer, sogenannte Mithräen.
Mithras war Lichtgott und Erlöser,
er versprach seinen Gläubigen Erlösung und ewiges Leben - der Kult
besaß deutliche Parallelen zum Christentum. Im dritten Jahrhundert noch
einer der wichtigsten Götter überhaupt, gerät Mithras nach der
Bekehrung Konstantins zum christliche Glauben
313 schnell in Vergessenheit.
http://www.gunnet.de/museum/content/roemer/mithras1.html
Christina Weise, Florian Rekate (Juni 2002) |