Der Mythos des Saturn

(Saturn wurde gleichgestellt mit Kronos)


Kronos galt als der jüngste und bedeutendste der Titanen, er war der Sohn des Uranos und der Gaia. 
Aus Zorn darüber, dass ihr Gemahl die Kyklopen und Hekatoncheires verbannt hatte, überredete Gaia ihn, seinen Vater mit einer gezähnten Sichel zu entmannen und die Weltherrschaft an sich zu reißen. Damit ihm selbst ein ähnliches Schicksal erspart bliebe, verschlang Kronos alle seine Kinder, die er von seiner Schwester und Gemahlin Rheia besaß, mit Ausnahme des Zeus, der ihm aufgrund einer Täuschung entging. Rheia reichte ihm statt des Säuglings einen in Windeln gewickelten Stein.



Als Zeus, der auf Kreta in einem Versteck von Nymphen aufgezogen wurde, herangewachsen war, zwang er seinen Vater, die Geschwister wieder auszuspeien; diese hatten mittlerweile auch das Erwachsenenalter erreicht. Daraufhin begann ein zehnjähriger Krieg um die Weltherrschaft, den Zeus schließlich gewann. Uranos und alle, die auf seiner Seite standen, vor allem die Titanen, wurden in den Tartaros gesperrt, später allerdings begnadigt. 
Zeus übertrug dem Vater die Herrschaft über die Inseln der Seligen.


Weitere Informationen zur Sage:

- Die Vorstellung, eine Göttergeneration werde durch eine andere abgelöst, ist nicht griechischer, sondern höchstwahrscheinlich orientalischer Herkunft.

- Eine andere Version sieht in dem Ablösungsmythos den Übergang von einem Zeitalter zum nächsten, jeweils schlechteren, beginnend mit dem goldenen Zeitalter, in dem Kronos eine milde Herrschaft ausübte und die Menschen in einem paradiesischen Zustand lebten.

- Da die Sichel als Zeichen der Ernte galt, hat man in Kronos früher einen Erntegott gesehen und die "Kronia" (oder auch: Saturnalien) entsprechend als Erntefest
gedeutet.

Saturnalien: Die Saturnalien werden vom 17. Dezember an durch mehrere Tage hindurch gefeiert. 
An diesem Tag beschenkte man einander, gab den Sklaven Redefreiheit und bediente sie bei Tisch. 
Gutsherren und Sklaven tauschten für eine kurze Zeit ihre Rollen.

 

Johanna Specht 31.08.2001