Rom unter Nero

Vorgeschichte:

Geboren wurde Kaiser Nero (N. Claudius Caesar) am 15. Dezember 37 n.Chr. in Antium. Kaiser Nero war eine sehr merkwürdige Erscheinung unter den Kaisern des alten Rom. Er wurde von Kaiser Claudius adoptiert und erhielt seine Ausbildung durch niemand geringeren als den Philosophen Seneca. Künstlerisch scheint er begabt gewesen zu sein. Nach Angaben von Tacitus versuchte er sich unter anderem als Künstler und Dichter. Berüchtigt ist auch seine angebliche Gesangsarie, während Rom im Jahre 64 n. Chr. in Flammen stand.

Neros Herrschaft:

Die ersten Jahre unter Neros Herrschaft verliefen im Vergleich zu anderen Kaisern recht harmonisch. Insbesondere wirtschaftlich erlebt das Römische Reich ungeahnte Höhenflüge. Besonders die Freigelassenen brachten es zu Reichtum und kletterten rasch die soziale Leiter in Rom nach oben. Dieser Reichtum führte weite Teile des Römischen Reiches zu Verschwendungssucht, da niemand Gedanken daran verschwendete, dass es nicht immer so sein könnte.

Die Wende:

Bald zeigte sich aber an Nero eine neue, unberechenbare Seite:


* Um ständige Konflikte mit seiner Mutter Agrippina zu vermeiden, ließ er sie kurzerhand umbringen. Auch seine Ehefrau Octavia schaffte er beiseite, um eine andere Frau (Poppea) heiraten zu können.

* Auch politisch änderte sich die Lage drastisch: Das brutale Vorgehen gegen innere und äußere Feinde erschütterte das Volk und hochstehende Persönlichkeiten.

* Die äußeren Provinzen wurden vom Kaiser immer mehr vernachlässigt, diese strebten nach mehr Unabhängigkeit.

* Nero hielt vom Römischen Volk selbst nicht allzu viel und er zog den Umgang mit Griechen vor, die er als "die wahren Künstlermenschen" bezeichnete.

* Die Verschwendungssucht des Volkes führte zu ernsten finanziellen Schwierigkeiten und einer leeren Staatskasse. Dies hitzte die bereits schlechte Stimmung im Volk zusätzlich auf.

Eine allgemeine Unzufriedenheit machte sich breit. 

* Vor allem in den letzten Jahren von Neros Herrschaft zeigte dieser sein wahres Gesicht. Den Brand in Rom  64 n. Chr. schob er den Christen in die Schuhe, um Schuldige für die momentan schlechte Lage im Staat zu finden. Die ersten Christenverfolgungen fanden statt.

* Ein Jahr später schlug er die Pisonische Verschwörung nieder. Angeblich waren viele Berühmtheiten und Vertraute Neros an ihr beteiligt. So nötigte der Kaiser unter anderem seinen Lehrer Seneca und den "Schiedsrichter des guten Geschmacks" (arbiter elegantiae) Petron, der von Nero lange hochgeschätzt wurde, zum Selbstmord. 

Nero nahm sich im Jahre 68 n. Chr. auf der Flucht aus Rom das Leben, nachdem sich Vindex in Gallien und Galba in Spanien gegen ihn erhoben hatten und er vom Senat geächtet worden war.

Andre von Zobeltitz 10.10.2000