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Die römische Religion
Nachdem ursprünglich eine Götterdreiheit an der Spitze des römischen Pantheons stand- Jupiter, Mars und Quirinus, die im 6 Jh. v. Chr. durch Jupiter, Juno und Minerva ersetzt wurden- fasste man im Jahre 217 v. Chr. unter dem Einfluss der Griechen sechs Hauptgötterpaare zu einem Zwölfgöttersystem zusammen: Jupiter und Juno, Neptun und Minerva, Mars und Venus, Apollo und Diana, Vulcanus du Vesta, Merkur und Ceres. Außer den großen Göttern, gab es auch eine Vielzahl kleiner Götter. Zu den Kleingöttern zählt z. B. Pax, die Göttin des Friedens, der von Augustus im Jahre 9 v. Chr. auf dem Marsfeld ein Altar und von Vespasian im Jahre 75 n. Chr. ein Tempel auf dem Forum pacis geweiht wurde. Der Göttin Concordia wird gegen Ende des Ständekampfes 367 v. Chr. zum Zeichen der Versöhnung ein Tempel auf dem Forum Romanum geweiht. In der Kaiserzeit kam die Verehrung des Herrschers auf. Der Kaiserkult in Rom hat seinen Ursprung im griechischen Herrscherkult. Dieser wurde mit zunehmender Verwicklung Roms in die Politik der Mittelmeerwelt auch auf römische Beamte und Statthalter angewandt. Augustus führte diesen Kaiserkult differenziert in den römischen Provinzen ein. Die dort lebenden Römer sollten also den ermordeten Caesar zusammen mit der Dea Roma, der Personifikation der Stadt Rom, verehren. Augustus selbst verbat sich jegliche Huldigung seiner Person in Italien. Die Religion in Rom spielte eine wichtige Rolle. Es verging kaum ein Tag, an dem nicht irgendwelche Feiern und Feste zu Ehren der Götter abgehalten wurden und es gab in der Stadt keinen Platz, an dem sich nicht irgendeine Kultstätte befand. Trotzdem verloren die Götter mit der Zeit immer mehr an Bedeutung. Erst Augustus reagierte darauf, indem er viele Tempel und Heiligtümer erneuern ließ. Zu dieser Zeit erfreuten sich aber die orientalischen Religionen, die ein glückseliges Leben nach dem Tod versprachen, großer Beliebtheit. Der ägyptische Kult der Isis beispielsweise wurde zuletzt unter Kaiser Tiberius verfolgt. Eine strikte Trennung von Staat und Religion wäre in Rom undenkbar gewesen. Vor politischen und militärischen Ereignissen wurde in Rom geopfert, um den Willen der Götter zu erkunden. Dieses war strengen Regeln unterworfen und wurde von Priesterkollegien überwacht. Für Opferhandlungen waren Altäre erforderlich, die sogar an Straßenkreuzungen und allen öffentlichen und wichtigen Plätzen aufgebaut wurden. Als Opfergaben dienten Blumen, Früchte und Weihrauch, aber auch Tiere als Blut- oder Brandopfer und Wein als Trankopfer. Im Privatleben war man ebenfalls um das Einverständnis der Götter bemüht. Täglich wurden am Hausaltar unter Aufsicht des Familienoberhauptes Opferungen vorgenommen, die zum Tagesrhythmus gehörten. Neben den offiziellen Göttern waren vor allem die Laren und die Genien, die Schutzgötter des Hauses und des Ortes, sehr beliebt. Besonders an der römischen Religion war die Verehrung von Hausgöttern und privaten Göttern, der Laren, Penaten und des genius, deren Altäre im Wohnhaus standen. Laren waren die weiterlebenden Geister verstorbener Familienmitglieder. Sie sollten die Familie beschützen. Als Götter der Vorratskammer waren die Penaten dafür zuständig, dass es der Familie gut ging und man genug zu essen hatte. Der genius galt als Personifizierung der Fortpflanzung und der Lebensenergie. Während im privaten Bereich der genius des Familienoberhauptes verehrt wurde, so verehrte man im öffentlichen Bereich den genius des Kaisers. Die römische Religion kannte im Gegensatz zur griechischen kein konkretes Jenseits. Das Grab des Verstorbenen war heilig und man glaubte, dass die Seele erst nach einer, den Riten entsprechenden, Totenfeier mit Totenmahl befreit würde. Das heißt, sie würde eine göttliche Natur annehmen. Neben Opfern, Gebeten und Totenkult gibt es einen weiteren religiösen Bereich: die Weissagung. Durch die Beobachtung des Vogelfluges von dafür ausgebildeten Priestern, den Auguren, wurde entschieden, ob der Zeitpunkt für eine Unternehmung günstig war oder nicht.
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