Referat im Leistungskurs Latein:
Sklaven in der römischen Antike
Vergleich von deren Aufgaben
und Stellung
Entwicklung der Sklaverei in Rom
Wie konnte man Sklave werden bzw. freikommen ?
Die Saturnalien
Die Gladiatoren
Der Spartacusaufstand
Beispiele...
1. Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei Sklaven:
1.1. Definition des Sklavenbegriffes:
Durch den Begriff des Sklaven wird ausschließlich eine Person bezeichnet, die nach heutigem Verständnis alle Rechte, selbst die elementaren Menschenrechte vollständig verloren hat. Er wird als Sache (lat. res mobiles) im Besitz seines Herrn oder auch seiner Herrin gesehen und ebenso behandelt: sein Besitzer kann ihn jederzeit willkürlich verkaufen, vermieten, zu Arbeiten zwingen, bestrafen usw. ...
Der Sklavenstand war ohne jedes Ansehen und Würde und so ist es mehr als bezeichnend, daß die meisten römischen Schriftsteller, die sich mit diesem Thema befaßt haben, Sklaven und Tiere in einem Atemzug nennen.
Das ist aber auch schon alles, was alle Sklaven gemeinsam haben.
1.2. die einzelnen Tätigkeiten und die damit verbundenen Unterschiede:
1.2.1.: Feldsklaven
Die Parallelen von Tieren und Sklaven treffen meiner Meinung nach am ehesten auf die Feldsklaven zu: Sie sind überwiegend mit landwirtschaftlichen Arbeiten unter rein ökonomischen Gesichtspunkten beschäftigt und stehen unter massiver Kontrolle der unbarmherzigen Aufseher. Alles (Essen, Schlafen und vor allem Arbeiten) zielt auf die maximale Nutzbarmachung der "Maschine Sklave". Das schlimmste für den Betrieb meint Cato seien untätige Sklaven, weil sie etwas kosten anstatt etwas einzubringen und so beschäftigt er sich intensiv mit der Frage, welche Arbeiten bei schlechtem Wetter erledigt werden könnten.
1.2.2.: Haussklaven
Haussklaven gehörten zur familia des Hausherrn und waren für die Erledigung aller Arbeiten, die im Haushalt anfielen, verantwortlich. Dazu gehörten u.a. das Kochen, Waschen und Putzen - kurz: die Erledigung von allem, was dem Herrn das Leben erleichtert. Ihre Aufgabenerfüllung erfolgt einigermaßen in eigener Verantwortung, sie werden im Gegensatz zu den Feldsklaven nicht bis zum äußersten ausgebeutet und haben außerdem noch eine direkte Verbindung zum Herrn. Ihre Tätigkeit reduziert sich nicht auf wirtschaftlichen Profit sondern ist darauf ausgelegt, teilweise völlig unwirtschaftlich ihren Herrn zu verwöhnen sowie dessen Wohlstand und Würde zu repräsentieren.
1.2.3.: Sklaven im öffentlichen Besitz:
Grundsätzlich kann man sagen, daß diese Sklaven quasi die Arbeiten erledigen mußten, die heute von der Stadt ausgeführt werden. Darunter fallen u.a. Gebäude- und Straßenbau sowie Hafenarbeit.
Frontin schildert als ehemaliger "curator aquarum", wie Sklaven im öffentlichen Besitz, die in diesem Fall für die Aufrechterhaltung der Wasserversorgung in Rom zuständig sind, zu arbeiten haben.
1.2.4.: Sklaven im Besitz des Kaisers:
Damit sind hier die Sklaven gemeint, die in Vertrauensstellungen beim Kaiser selbst oder in dessen Verwaltung arbeiteten, denn jeder Kaiser besaß natürlich auch Sklaven der übrigen Kategorien.
Eine Minderheit von Sklaven erarbeitete sich durch seine direkte Nähe zum Herrscher großen Reichtum und Einfluß auf dessen Politik. Ab dem 1. Jh. n. Chr. lösten Sklaven die Freigelassenen in diesen Positionen ab, da sie aufgrund ihrer Rechtlosigkeit z.B. gefoltert werden durften, um ihre Aussagen zu überprüfen. Viele von ihnen wurden in der Verwaltung bald wichtiger als Freie und so ist es zwar absurd, aber Sklaverei konnte, um derartige Aufgaben wahrnehmen zu können, ein Mittel des sozialen Aufstieges sein!
"Den" Sklaven hat es also nie gegeben.
Beim Sklaven wurde im Gegensatz zum Freien nicht zwischen Person und Arbeitskraft unterschieden. Seine ausschließliche Lebensaufgabe besteht also darin, der ihm zugewiesenen Beschäftigung nachzugehen, Essen und Schlafen dienen nur der Wiederherstellung seiner Arbeitskraft; ihm fehlt die Freizeit und das Recht, sich z.B. politisch zu betätigen oder sich mit anderen Studien zu befassen.
2. Geschichtlicher Abriß über die Sklaven in Rom und die Entwicklung seiner Stellung:
Am Anfang waren die Römer ein Bauern- und Hirtenvolk, das mit seiner Hände Arbeit selbständig seine Äcker bestellte und Vieh züchtete. Sehr früh etablierte man aber auch die Sklaverei; schon im Zwölftafelgesetz findet sie sich. Mit den militärischen Erfolgen über seine Nachbarn stieg nicht nur der Lebensstandard und Einfluß, sondern auch die Zahl der Kriegsgefangenen. Diese wurden häufig versklavt und als billige und vor allem rechtlose Arbeiter eingesetzt. Mit dieser Entwicklung sang auch die praktische Stellung der Sklaven vom Kollegen des Herrn zum rechtlosen Zwangsarbeiter, die nicht mehr Rechtsperson, sondern nur noch Sache im Besitz ihres Herrn waren. Die Körperverletzung eines Sklaven wurde nun sogar als Sachbeschädigung einer Ware betrachtet und geahndet.
Als ihre Zahl immer weiter in die Höhe schnellte, wurden sie zu einer Konkurrenz für die freien Lohn- und Hilfsarbeiter, gegen die diese keine Überlebenschance hatten; sie hatten zahlreiche Rechte und waren daher einfach zu teuer! Dieser Strukturwandel bewirkte, daß die sozialen Verhältnisse immer weniger mit der juristischen Struktur der Gesellschaft übereinstimmten: die Bauern sanken, obwohl hochgeachtet ins Proletariat herab, dagegen gelang es vielen Freigelassenen, ja sogar Sklaven durch Handel und Geschäfte zu Reichtum zu gelangen.
Im ersten Jahrhundert n. Chr. änderte sich erneut die Produktionsweise und auch die Stellung der Sklaven. Die Großgrundbesitzer gingen dazu über, ihr Land kleinflächig zu verpachten -auch an Sklaven. Damit wurde ihnen wieder Verantwortung übertragen, die sie früher zu Zeiten der Standardisierung nie gehabt hatten. Das setzt aber auch eine gewisse Rechts- und Prozeßfähigkeit voraus, denn in der Praxis konnte nur ein Sklave Verwalter seines Herrn sein, wenn auch bei den Geschäfspartnern klar war, daß Abmachungen mit ihm gültig waren.
Nach dem lex natura wurde die Sklaverei als natürlich angesehen und dementsprechend nie von keinem Philosophen der damaligen Zeit trotz temporär unterschiedlichem Umgang mit diesen bestritten oder angefochten - von Bürgern oder gar Sklaven demzufolge erst recht nicht.
3. unterschiedliche Wege, Sklave zu werden:
3.1. Geburt
Kinder, deren Eltern beide Sklaven waren oder die aus einer Verbindung des Hausherrn mit einer Sklavin entstanden waren, wurden grundsätzlich als Sklaven angesehen.
3.2. Kriegsgefangene:
In der Frühzeit ging man dazu über, im Kampf gefangene Krieger nicht mehr zu töten sondern sie, wie schon oben erwähnt, zu versklaven. Mit den militärischen Erfolgen nahm zwangsläufig auch die Zahl an versklavten Kriegsgegnern zu. Auf Grund ihrer steigenden Anzahl konnten sie nicht mehr im Haus des Herrn mit Familienanschluß untergebracht werden und sanken zu mißbrauchten Zwangsarbeitern herab.
3.3. Schuldsklave:
Konnte ein Römer seine Schulden nicht mehr bezahlen, so hatte sein Gläubiger das Recht, diesen auf dem Sklavenmarkt zu verkaufen, um an sein Geld zu kommen.
3.4. Freilassung:
Zum Funktionieren der Art der römischen Sklaverei hat sicherlich die Aussicht auf eine mögliche Freilassung beigetragen. Die Sklaverei war nämlich nicht automatisch ein lebenslanger Zustand, sondern der Besitzer konnte seinen Sklaven jederzeit oder testamentarisch in die Freiheit entlassen. Eine andere Möglichkeit sein Sklavendasein zu beenden bestand darin, sich freizukaufen. Einige Sklaven erhielten nämlich Lohn für ihre Arbeit, den sie sparen konnten. Ulpian, ein römischer Jurist des 2. Jh. n. Chr. stellt klar, daß dies auch tatsächliches Eigentum des Sklaven und nicht des Herrn war.
Um die Freilassung rechtsgültig werden zu lassen, war eine Zeremonie, die sog. manumissio notwendig. Danach erhielt der Freigelassene weitgehende Rechte, ihre Nachfahren konnten sich sogar um politische Ämter bewerben. In der Realität war dies auf Grund ihres mangelnden Ansehens kaum möglich.
4. Die Saturnalien:
Die Saturnalien (lat. Saturnalia) waren ein vor allem bei den sog. kleinen Leuten aufgrund der Aufhebung aller Stände trennenden Normen sehr beliebtes Fest, daß sich auf die frühe Agrarstrukrur Roms zurückführen läßt. Im Jahr 217 v. Chr. wurde es auf den 17. Dezember gelegt; aus diesem Datum wird ersichtlich, das es nicht in Verbindung mit der Aussaat steht, sondern zu Ehren Saturns, der nach römischer Überlieferung den Ackerbau nach Latium brachte begangen wurde, nachdem alle Feldfrüchte geerntet worden sind, wie Macrobius anmerkt. Dieser Gelehrte aus der Kaiserzeit betont in seinem Werk "Saturnalia" besonders die tiefe Verehrung für Saturn.
Aus dem anfangs sakral-religiösen entwickelte sich nach 217 v. Chr. ein immer profaneres Fest, das eine Periode des geregelten Alltags in Bezug auf Arbeit und Politik beschloß und es ermöglichte nun dankenswerter Weise allen, die während des vergangenen Jahres unterdrückten Triebe und Instinkte teilweise auch in der Öffentlichkeit auszuleben. Wie oben schon erwähnt, war mit den Saturnalien die zeitlich befristete Einstellung der Hierarchie Sklave - freier Römer verbunden. Sie stellte also die einzige Möglichkeit für die meisten unmenschlich hart arbeitenden Sklaven dar, auszuruhen und sogar ihren Herrn zu lästern oder zu kritisieren. In den manchmal beschriebenen Genuß des Rollentausches dürften allerdings nur die wenigsten Sklaven, allenfalls die Haussklaven gekommen sein. So mußte beispielsweise der Schriftsteller Horaz peinlicher Weise erleben, daß sein Sklave dessen sexuelle Umtriebe parodierte. Wie es sich während dieser Feten und Gelage zugetragen haben mag, ist uns aus einigen zeitgenössischen Komödien, z.B. von Stichus überliefert, in denen die Sklaven wilde Parties nach derb-komischen Vorschriften feiern.
5. Sklaven als Helden ohne Ansehen - die Gladiatoren...
5.1. Die Gladiatoren:
Auch wenn die Gladiatoren sich nicht ausschließlich aus Sklaven rekrutierten, so stellten diese jedoch deren Hauptkontingent. Da Sklaven, wie schon erwähnt, nach damaligen Rechtsverständnis keine Menschen sondern Sachen im Besitz ihres Herrn waren, konnte dieser sie ja zu allem zwingen, also auch als Gladiator in der Arena auf Leben und Tod zu kämpfen. Ähnlich wie Prostituierte, Verbrecher und Schauspielern zählten auch Gladiatoren zu den sog. "inhonesti", also den Ehrlosen, deren Rechte und Ansehen äußerst begrenzt waren. Auf der anderen Seite muß man jedoch bedenken, daß Gladiatoren -unabhängig ihres geringen Standes- vom Kaiser bis zum Tagelöhner höchste Achtung entgegengebracht wurde. Als Inbegriff für römische Tugenden wie Mut, Stärke, Selbstbeherrschung und Todesverachtung waren besonders die erfolgreichen unter ihnen gefeierte Stars, von denen überall gesprochen wurde. "Wie ein Gladiator gestorben zu sein" galt als eines der höchsten Komplimente und sogar Cicero kommt zu dem Urteil, daß jeder Gladiator lieber sterben als regelwidrig kämpfen würde; er betont mit ausgesprochener Bewunderung ihren Kodex, ihre Übung, Selbstbeherrschung und Gewöhnung.
5.2. Versuche, dem traurigen Dasein zu entrinnen: Sklavenaufstände...
Die überwiegende Mehrheit
nicht nur der Gladiatoren, sondern aller Sklaven ertrug zähneknirschend,
was sie doch nicht ändern konnte. Doch andere ließen sich aus
purer Verzweiflung immer wieder zu Notreaktionen verleiten. Darunter war
Selbstmord die häufigste; auch wenn ihre Aufseher dies wußten
und es dementsprechend zu verhindern suchten, gelang es einigen doch, durch
traurige Kreativität ihren Peinigern zu entkommen...
Nur ganz selten wird in den Quellen von Aufständen berichtet. Die enormen Sicherheitsvorkehrungen in den Gladiatorenschulen und die ebenfalls gute Bewachung in den Bergwerken oder auf den Landgütern werden dies in den meisten Fällen ganz verhindert oder im Keim erstickt haben, zumal römische Truppen fast immer nicht weit entfernt stationiert waren und sofort eingreifen konnten. Entscheidend hinzu kamen die grausamen Strafen, die einen Sklaven erwarteten, der nach einem Fluchtversuch lebend gefangen wurde; sie wurden meist als Abschreckung vor den versammelten Kameraden gekreuzigt oder den ausgehungerten Raubtieren wehrlos ausgeliefert.
Gerade auch deshalb ist der Aufstand unter der Führung des Thraker Spartacus ab 73 v. Chr. so berühmt geworden, weil er die einzige für Rom selbst gefährliche Sklavenerhebung war, abgesehen von zwei Erhebungen im Süden von 132 bis 126 v. Chr. und um 100 v. Chr.. In dieser Zeit gelang es den Aufständischen insgesamt neunmal römische Legionen teilweise sogar in offener Feldschlacht zu vernichten. Ermöglicht wurden diese Siege durch hinzugestoßene entflohene Feld- und Hirtensklaven, die Spartacus zu einer starken Armee zusammenschweißte. Gerade das Bewußtsein an eine möglichen Bestrafung, bewirkte eine ungeheure Motivation; schlimmer konnte es für viele ohne hin nicht mehr werden...
Erst im Frühjahr des Jahres 71 v. Chr., also 3 Jahre nach dem Ausbruch der Revolte gelang es schließlich nicht weniger als 10 röm. Legionen, also ca. 40- 50000 Mann unter dem Kommando des größten Sklavenhändlers in Rom, Publius Lincinius Crassus, dessen Eifer wohl auf die Angst vor Zerstörung seines einträglichen Geschäfts beruhte, das Aufständischenheer zu vernichten. Etwa 60000 Sklaven sollen allein in dieser Schlacht gefallen sein; an den übrigen Kriegsgefangenen nahm Rom furchtbare Rache: ungefähr 6000 Überlebende wurden entlang der Via Appia ans Kreuz geschlagen.
Man lernte aus den Fehlern der Vergangenheit; doch nicht die menschenunwürdigen Lebensumstände, die zum bewaffneten Widerstand geführt hatten, wurden verbessert sondern makaberer Weise nur die Bewachung. Die Sklaven hatten nicht einmal die Abschaffung der Sklaverei gefordert, sondern nur eine bessere Behandlung...
6. Verdeutlichung an Beispielen:
6.1. Trimalchio:
Gaius Petronius Arbiter schildert in seinem Werk "cena Trimalchionis" die Geschichte des Hausherrn Trimalchios, die er erfährt, als er an einem von dessen unzähligen Gastmählern er unerwarteter Weise teilnehmen darf.
Wie andere "Kollegen" auch, machte besagter Trimalchio im Unternehmen seines Besitzers Karriere und wurde zu dessen unentbehrlichen, aber nicht immer korrekten Geschäftsführer. Zudem gewann er bedeutenden Einfluß durch die Tatsache, daß er zum Lustsklaven von Herr und Herrin avancierte. Beides nutzte er geschickt aus, um letztendlich zum Haupterben gemacht zu werden und seine Freiheit zu erhalten.
Nun machte er sich daran sein Vermögen zu vermehren, wobei ihm seine langjährige Erfahrung und sein Geschäftssinn entscheidend weiterhalfen, zumal derartige Eigenschaften nur sehr wenige freigeborene Römer mitbrachten. Trotz mancher Rückschläge konnte schließlich auch seine äußerst verschwenderische Lebensweise nichts an seinem Reichtum mehr ändern.
Versagt blieb ihm jedoch die gesellschaftliche Anerkennung, denn für die Römer bedeutete ein Senkrechtstarter nichts im Vergleich zu bedeutenden Vorfahren und von diesen ererbten Besitz. Paradox ist das besonders deshalb, weil Bürger mit höherem Ansehen und mehr Rechten Trimalchio als Klienten dienten.
6.2. die Freigelassenen unter Claudius:
Besonders unter Kaiser Claudius konnten Freigelassene in höchste Staatsämter, wie z.B. Minister aufsteigen. Seines absoluten Vertrauens gewiß, hatten sie praktisch die gesamte Staatsverwaltung unter sich und stiegen bald unter die reichsten Männer Roms auf. Diese Männer, wie z.B. Pallas hatten direkten Einfluß auf die kaiserliche Politik, der im Regelfall deren Ratschläge befolgte.
Diese Beispiele dürfen aber keinesfalls über die wahre Situation der überwiegenden Mehrheit hinwegtäuschen, die ein mehr als elendes Leben führen mußte.
7. Resümee:
Zunächst fällt ein Widerspruch in der römischen Gesellschaft auf: einerseits werden dem einzelnen Bürger mit beginnender Republik neue umfassende Rechte und Freiheiten zuteil - das geschieht aber zu Lasten einer anderen Gruppe, den Sklaven. Aber in diesem Sachverhalt liegt aber gerade die Tatsache und die Begründung dafür. Mit der Ausbildung des freien Bürgertums wurde es notwendig, Fremden die nun wartenden Aufgaben aufzuzwingen. Im Laufe der Zeit wurden die Unterschiede zwischen Sklaven und Freien, aber auch zwischen den Sklaven untereinander immer gravierender: von Mitgliedern der familia sanken sie zu absolut rechtlosen Zwangsarbeitern herab. Vergleicht man die unterschiedlichen Tätigkeiten mit einander, so kann man feststellen, daß die Sklaven im Haus des Herrn ein noch vergleichsweise angenehmes Dasein hatten; sie mußten nur ihrem Besitzer das Leben erleichtern und diesen ins rechte Licht rücken, von Lustsklaven einmal abgesehen. Die Arbeit der Feldsklaven dagegen war nur auf Gewinnmaximierung ausgelegt, allein ihre Arbeitskraft war entscheidend und ihre Lage kann deshalb nur für bedauernswert gelten.
Doch nach der Entwicklung ins eine Extrem setzte ein gegenläufiger Prozeß ein. Man begann, den Sklaven wieder mehr Rechte einzuräumen und ließ sie ihre Aufgabe nicht unter absoluter Kontrolle sondern eigenverantwortlich erledigen. Die absolute kostenartige Trennung blieb aber noch lange bestehen.
Gelernt habe ich aus diesem Referat vorallem, daß man häufig die Antike nur aus Sicht einer kleinen Minderheit, u.a. "Helden" wie Caesar sieht und dabei nur allzu leicht das erbärmliche Schicksal derer vergißt, die diese Erfolge und Leistungen ermöglicht haben. An fast jedem Tempel, Aquädukt und Palast steht der Name des Erbauers, nicht aber die der Sklaven, die dafür ihr Leben geben mußten...!!!
Andreas Reißmann, im Juli 1999