Sueton
Sueton, dessen vollständiger Name eigentlich Gaius Suetonis Tranquillus
war, wurde um 70/72 n. Chr. als Sohn einer ritterlichen Familie wohl aus
Hippo Regius ( bei Annaba/Bone) geboren. Sein Tod wird auf die Jahre nach
121 n. Chr. angesetzt.
In seiner Jungend erhiehlt er die damals übliche rhetorische Ausbildung,
was ihm später in seiner Tätigkeit als Gerichtsredner und Literat
in Rom von Nutzen war. Unter Traian wurden ihm erstmals verantwortungsvolle
Aufgaben zugeteilt. So übertrug man ihm die Zuständigkeit für
den kaiserlichen gelehrten Beraterdienst und die Bibliotheken Roms. Unter
Hadrian wurde ihm der hohe Posten eines Vorstehers der kaiserlichen
Korrespondenz-Kanzlei zuteil, den er in den Jahren 117-121 ausübte.
Bekannt ist Sueton heute besonders aufgrund seiner Freundschaft mit Plinius
dem Jüngeren und dessen Briefen.
Über Suetons Werke ist zu sagen, daß die meisten entweder
vollständig oder aber zumindest teilweise verschollen sind. Die einzig
vollständig erhaltenen Arbeiten sind die Lebensbeschreibungen der Kaiser
von
Caesar
bis
Nero
( 48 v.- 68 n. Chr.) und von Galba bis Domitian ( 68- 96 n Chr.). Der Anfang
seiner 12 Lebensbiographien ist mit den Jahren leider verloren gegangen.
Als sein Hauptwerk gilt das Werk "De vivis illustribus", eine Sammlung von
Kurzbiographien über bedeutende Literaten. In seinen biographischen
Arbeiten hält Sueton sich streng an eine klare und feste Gliederung
der Viten:
1. Die Chronologie von der Geburt der beschriebenen Person über den
Lebenslauf während der Jugend mit der Ausbildung
bis hin zum Herrschaftsantritt.
2. Ein Hauptteil über die Tätigkeiten während der Herrschaft,
also die amtliche Lebensführung ( res gestae). Hierzu zählen
unter anderem Rechtsentscheidungen und Reformen.
3. Die private Lebensführung, wozu besondere Eigenschaften wie
Körpergestalt, Aberglauben aber auch das Sexualverhalten
zählen.
4. Am Schluß der Tod samt Vorzeichen, Begräbnis und Testament.
Suetons Schreibstil ziehlte nicht unbedingt darauf, die innere Persönlichkeit zu beschreiben, sondern vielmehr die aüßere Lebensweise. Somit war dieser Stil eher sachlich und dokumentarisch ohne Idealisierungen. Dabei berief er sich auf klare, unbezweifelte Kriterien und vernachlässigt dabei oft politische und soziale Zusammenhänge. Bei der Bearbeitung seiner Werke berief er sich häufig auf diverse, heute allerdings bereits verschollene Quellen.
Tobias Ahlswede
12.03.1999