suetontacitus

Tacitus

Tacitus Cornelius wurde um 55 n. Chr. in einer Familie des römischen Ritterstandes der Provinz Gallia Narbonensis geboren. Er starb in den Jahren nach 116 n. Chr.
Seine politische Laufbahn begann er unter Vespasian, wo er seine ersten senatorischen Ämter annahm. Im Jahre 88 wurde er schließlich Prätor und arbeitete danach für vier Jahre außerhalb von Rom, vermutlich als Legionskommandeur und Stadthalter.  Einer seiner Förderer war Domitian, der ihm im Jahre 97 ein Suffektkonsulat zusprach. Ähnlich wie Sueton war auch Tacitus als Redner vor Gericht und Senat tätig.
Auf den Erkenntnissen, die er dabei sammelte, basierend schrieb er später das Werk "Dialogus de Oratoribus". Als Höhepunkt seiner politischen Laufbahn gilt das Prokonsulat in Asia. Trotz seiner Rednerfähigkeiten ist heute keine publizistische Rede mehr erhalten geblieben. Im Jahre 98 schrieb er die erste Biographie über seinen Schwiegervater Cn. Iulius Agricola unter dem Titel "De vita Iulii Agricolae", sowie eine Ethnographie Germaniens mit dem Namen "De origne et situ Germanorum". Sein großer Ruhm basiert im eigentlichen Sinne auf den insgesamt 30 Büchern umfassenden Geschichtswerken, der "Historiae" und der Annalen. Diese beschrieben die Zeit zwischen 14 und 96 n. Chr.). Mit der aktuelleren Historiae wandte er sich der Kaisergeschichte zu. Allerdings sind von ihr heute lediglich noch 4 1/2 Bücher, die einen Zeitraum über zwei Jahre von 69-70 behandelten, erhalten. Von seinem Alterswerk, den Annalen, deren ursprünglicher Titel "Ab excessu divi Augusti" war, sind leider mit den Jahren weite Teile verlorengegangen.
Zu Tacitus Quellen zählen unter anderem die Arbeiten des älteren Plinius und die Senatsprotokolle. Bei der Beschreibung von Personen konzentrierte er sich besonders auf deren Tugendhaftigkeit. Nicht selten gab er aus diesem Grund grimmig- boshafte Stellungnahmen bis hin zur Verleumdung, um seiner Meinung nach Personen ohne Tugend und Moral zu entlarven. Tacitus wünschte sich als Stoff für seine Werke vor allem Bedeutende Ereignisse, wobei hierzu besonders militärische Geschehnisse zählen. Seine Formulierungen waren zwar meistens überzeugend, jedoch in den meisten Fällen ungerecht. Für Historiker der späteren Zeit war es oft nicht leicht, die von ihm gefällten Fehlurteile zu korrigieren.
Sein Interesse galt vor allem den Herrschern, deren Handeln und analysierte dieses auf psychologische Art und Weise. Dabei verstärkte und ergänzte er oft seine Eindrücke und war bereit, die historische Exaktheit für seinen Stil zu opfern. Ein weiterer Nachteil seiner Werke war außerdem das Fehlen von Tages- und Monatsdaten, was jedoch bei Schriftstellern seiner Zeit häufig vorkam. Trotz allem wird den Arbeiten des Tacitus heute ein sehr hoher intellektueller Anspruch zugesprochen.
 

Tobias Ahlswede

12.03.1999