Titus Flavius Vespasianus (39- 81 n. Chr.), römischer Kaiser aus der Dynastie der Flavier (79- 81), der Jerusalem zerstörte und das Kolosseum in Rom erbauen ließ. Er wurde am 30. Dezember 39 n. Chr. in Rom als ältester Sohn von Titus Flavius Sabinus Vespasianus geboren und diente zunächst als Militärtribun in Germanien und Britannien. Später kämpfte er unter dem Oberbefehl seines Vaters gegen die aufständischen Juden in Palästina. Nachdem der Vater im Jahre 69 Kaiser geworden war, übertrug er seinem Sohn Flavius das Kommando über die römische Streitmacht in Palästina, der dann den Jüdischen Krieg durch die Eroberung und Zerstörung Jerusalems (70 n. Chr.) beendete. Zur Erinnerung an diesen Sieg ließ ihm sein Bruder, Kaiser Domitian, später den Titusbogen in Rom errichten (um 81 n. Chr.).

Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 79 wurde Titus Kaiser. Ein Jahr später stellte er das von seinem Vater begonnene Kolosseum fertig und errichtete die nach ihm benannten Titusthermen. In die beiden ersten Jahre seiner Amtszeit fielen mehrere Katastrophen, wie der Ausbruch des Vesuv (79 n. Chr.), dessen Lavaströme die Städte Pompeji und Herculaneum unter sich begruben, und einen Brand Roms (80). Durch seine Fürsorge und Großzügigkeit gegenüber den Opfern gewann Titus die Dankbarkeit der Bevölkerung. Er starb am 13. September 81 an einer Fieberkrankheit.

(http://www-sci.uni-klu.ac.at/archeo/chrono/titus.htm)

Während der Britannienfeldzüge des Claudius (43- 44 n. Chr.) erhielt Vespasianus, durch seine Leistungen als Legionskommandeur, die Triumphalinsignien und zwei Priesterwürden.

51 n. Chr. Wurde er zum Konsul ernannt, gefolgt von der Ernennung zum Prokonsul von Africa im Jahre 63. Seine dort geleistete Verwaltungsarbeit fand große Anerkennung, da er sich, angesichts seiner Stellung, nicht zu seinem Vorteil bereicherte.

Im Jahre 66 fiel Vespasianus beim Kaiser in Ungnade, da er bei einer Gesangdarbietung des Nero, der sich auf einer Reise in der Provinz Achaea befand, einfach einschlief. Trotz dieses Frevels ernannte Nero ihn Anfang des Jahres 67 zum Statthalter von Judaea, um den Aufstand der Juden niederzuwerfen, der als Erster Jüdischer Aufstand Einzug in die Geschichte hielt. Wahrscheinlich stellte Nero mit dem wenig bekannten Vespasianus einen Feldherren an die Spitze der Truppen, um der Möglichkeit einer Revolte, die sich gegen den Kaiser richten könnte, vorzubeugen.

Mitte des Jahres 68 hatte Vespasianus es geschafft, mit Ausnahme von Jerusalem und weniger Randbefestigungen, das Land wieder unter die Kontrolle Roms zu bringen.

            Mucianus, der durch Primus' Hilfe nun Rom in seiner Gewalt hatte, ließ alle potentiellen Unruhestifter hinrichten und hielt ein wachsames Auge auf Domitianus, Vespasians Sohn. Vespasian selber kehrte im Jahre 70 n. Ch. nach Rom zurück, wo er auf seinem neuen Forum den Friedenstempel errichten ließ, das Zeichen für die Beendigung des Buergerkrieges.

            Auf seinen Münzen liess Vespasianus immer wieder an die Wiederherstellung des Frieden erinnern, da es eine ungeheure Anstrengung für ihn bedeutete, das Volk für sich zu gewinnen. Dies ruehrt aus seiner niedrigen Abstammung her.     

            Vespasianus stützte seine Macht auf die Armee, die den Jüdischen Aufstand (bis auf die Festung Massada, sie fiel erst im Jahre 73 nach langer Belagerung) beendete und unter Cerealis den Germanen und Galliern (an der Nordgrenze des Reiches) bei Augusta Terverorum (Trier) eine entschiedene Niederlage beibrachte.

(http://www.roemercohorte.de/deutsch/vespasian.htm)

            Die Herrschaft der Römer wurde für Israel immer unerträglicher. Der Statthalter Gessius Florus, einer der Nachfolger des Pontius Pilatus, ließ als erste Maßnahme bei seinem Amtsantritt 630 Menschen kreuzigen, Männer, Frauen und sogar kleiner Kinder. Schließlich versuchte Israel mit einem Aufstand die römische Gewaltherrschaft abzuschütteln. Der jüdische Offizier und Geschichtsschreiber Josephus Flavius hat die dramatischen Ereignisse im Jüdischen Krieg 66- 70 n. Chr. Miterlebt und überliefert.

            Nach anfänglichen Erfolgen der jüdischen Freischärler schlugen die Römer zurück. Titus, Sohn des Kaisers Vespasian, belagerte im Jahr 70 n. Chr. Jerusalem. Erst nach einem halbem Jahr konnte er die gut befestigte Stadt einbrechen. Am 6. August wurde das letzte Opfertier geschlachtet, dann ging der herodianische Tempel in Flammen auf. Zuvor betrat Titus das Innere und entweihte so das Heiligtum kurz vor seiner Zerstörung. Es dauerte noch bis September, ehe die Stadt vollständig in der Hand der Römer war. Nun leisteten sie ganze Arbeit: Kein einziges ahus in Jerusalem entging der Zerstörung. Der Grossteil der geschatzt 60.000 Einwohner kam ums Leben. Wenige konnte fliehen, der Rest wurde auf den Sklavenmärkten des römischer Reiches.

Der Triumphzug

Ursprünglich war der Triumph ein überwiegend sakraler Akt: der Feldherr löste die Gelübde ein, die er den Göttern vor Beginn des Feldzuges gegeben hatte (voti solutio), reinigte durch den Kultdienst sich und das Heer vom Unsegen des Krieges und opferte dem Iuppiter Optimus Maximus. Später entwickelte sich der Triumph immer mehr zu einer Ehrenfeier für den siegreichen Feldherrn. Vorraussetzungen für das Abhalten eines Triumphzuges waren ein wirklicher Sieg (victoria iusta), in einem "gerechten"  Krieg (bellum iustum) und mindestens 5.000 erschlagene Feinde. Es durfte sich allerdings keinesfalls um einen Bürgerkrieg handeln. Die Endscheidung traf letztlich der Senat. Triumph, jedoch, stand nur den obersten Beamten (den Impremiumstraegern: Diktator, Konsul, Praetor), in der Kaiserzeit lediglich dem Kaiser zu.

Der Zug führte vom Marsfeld (Campus Martinus), vorbei am Circus Flaminius, auf der Heiligen Strasse (via sacra) über das Forum Romanum zum Forum Barium und letztlich hinauf aufs Kapitol zum Tempel des Iuppiter Optimus Maximus. Die Straßenränder waren gesäumt von Menschen, die den Sieger mit dem Jubelruf „Io triumphe!“ feierten. Den Beginn des Zuges bildeten Beamte und Musiker, dann Darstellungen des Sieges, ausgewählte Beutestücke und prominente Gefangene in Ketten. Es folgte der Triumphators, dessen Wagen Liktoren mit lorbeerumwundenen Rutenbündeln (fasces) voranschritten. Den Abschluss bildete das siegreiche Heer. Die Soldaten hatten dabei die Gelegenheit, in Lob- und Spottliedern (ioci militares) auch einmal die menschlichen Schwächen ihres Feldherrn aufs Korn zu nehmen; berühmt ist z. B. ein Vers auf Cesar, der als junger Mann schon relativ lichtes Haar hatte und dem man ein  Übermass an Sinnlichkeit nachsagte (Sueten, Caes. 51): urbani, servate uxores: moechum calvum adducimus (Städter, sperrt die Frauen ein! Den kahlen Buhlen bringen wir!).

Der Triumphator selbst fuhr in einem Triumphwagen, der von vier Pferden (seit Caesar Schimmel) gezogen wurde. Er trug eine purpune Toga (toga purpurea), eine bestickte Tunika (tunica palmata), einen Lorbeerkranz (corona triumphalis), ein Adlerszepter und in der anderen Hand einen Elfen-beinstab mit Adlerköpfen. Sein Gesicht war, nach dem Vorbild der Ton- Statue des Iuppiter Optimus Maximus auf dem Kapitol, mit Menniger rot gefärbt. Ein Sklave, der hinter ihm auf dem Wagen stand, hielt ihm die sonst im Iuppiter- Tempel aufbewahrte Goldkrone über das Haupt und mahnte ihn ununterbrochen: Respice post te, hominem te esse memento (Sieh dich um; denke daran, dass auch du nur ein Mensch bist).

(www.fortunecity.de/lindenpark/caesarenstrasse/540/orbis/staat/triumph.html)

Der Triumphbogen des Titus in Rom.  Mit einer Höhe von 15,40 m und Breite von 13,50 m und einer Tiefe von 4,75 m. Der Durchgang ist 8,30 m hoch und 5, 36 m breit. Die Inschrift lautet: SENATVS/ POPVLVSQVE ROMANVS/ DIVO TITIO DIVI VESPASIANI F(ilio)/ VESPASIANO

AVGUSTO (Senat und Volk von Rom [errichteten diesen Bogen für] den göttlichen Titus Vespasianus Augustus, den Sohn des göttlichen Titus Vespasianus Augustus, den Sohn des göttlichen Vespasian). Im Durchgang befinden sich beiderseits  Darstellungen des Triumphzuges Titus’ nach der Eroberung Jerusalems (70 n. Chr.)

Die Beute aus Jerusalem im Triumphzug des Titus. Relief Im Durchgang des Titusbogens. Lorbeerbegrenzte Männer tragen auf Bahren die Beute aus dem Tempel von Jerusalem: acht von ihnen tragen den goldenen Schaubrottisch mit dem Altarkelch und den silbernen Posaunen, acht andere den goldenen siebenarmigen Leuchter. Die eigenartig geformten Tafeln verkünden dem Volke die Taten der Sieger; Beamte in der toga, Lorbeerzweige in den Händen, begleiten den Zug. 

Architektur/ Reliefs des Titusbogens

Der Triumphbogen steht als Erinnerung an seinen Sieg über die Zerstörung des Tempels von Jerusalem, dessen noch verbliebene Mauer die Klagemauer ist. Der Triumphbogen ist einer der schönsten Roms. Die Reliefs im Bogendurchgang haben zwar stark gelitten, die Themen sind aber noch gut erkennbar: man sieht den Triumphator, dem nicht ein Sklave, sondern die Siegesgöttin Victoria persönlich den Siegeskranz hält. Auch der legendäre Tempelschatz am siebenarmigen Leuchter ist zu sehen.

(http://www.roma-antiqua.de/rundgang/pages/titusbogen.html)

 

        

Der Titusbogen liegt hinter der Maxentius Basilika und am Ausgang des Forum Romanums am Kolosseum. Erbaut wurde er um 81 n. Chr. Zu Ehren des siegreichen Titus Flavius Vespasianus. Der Bogen, der als einer der schönsten gilt, zeigt in seinem umfangreichen Relief unter anderem den jüdischen Tempelschatz mit dem siebenarmigen Leuchter. Der Leuchter steht heute symbolisch für die jüdische Diaspora (grch.: “Zerstörung“), als dessen Verursacher Titus gilt, da er durch die Zerstörung des jüdischen Tempels, die Juden ihres geistlichen Mittelpunktes beraubt hat. Die Folge war, dass ab diesem Zeitpunkt die Juden zerstreut in Gebieten von Ändergläubigen lebten. Beendet wurde diese Situation erst nach dem 2. Weltkrieg, als der Staat Israel gegründet wurde. Im Mittelalter war der Triumphbogen, wie auch viele andere Bögen, in der Stadtmauer Roms integriert. Der Triumphbogen diente auch Napoleon als Vorbild für die von ihm auf der Champs Elysee in Paris errichtet Triumphbögen.

(http://www.koenigmuenster.de/romcdrom/titusbogen.htm)

 

Sarah Bergen, Juni 2002