Home
Circus Maximus
Kollosseum
Kollosseum

Die Arenen

Ursprünglich fanden die Gladiatorenspiele nicht in solch prächtigen Bauten wie dem Kolosseum statt, sondern wurden auf einem beliebigen öffentlichen Platz der Stadt ausgetragen. Erst in der Kaiserzeit pflegte man sich in riesigen Amphitheatern niederzumetzeln. Diese waren nach einem einfachen Schema aufgebaut: Der Mittelpunkt eines Amphitheaters war die Arena, ein ovaler Sandplatz auf dem die

Gladiatoren um ihr Leben kämpften. Der Sand saugte das reichlich geflossene Blut auf. Die Kaiser Caligula und Nero bevorzugten bunt gefärbten Staub. Um das Schlachtfeld herum waren nach außen treppenförmig ansteigende Zuschauerränge hochgezogen worden. Das erste feste Amphitheater stand nicht in Rom, sonder in Pompeji, der Stadt, deren Schicksal der Vesuv sein sollte. Möglicherweise gab es noch eine ältere Arena in Capua, dem römischen Gladiatorenzentrum.

Die Anlage die 80 v. Chr. entstanden war, hatte immerhin 20000 Sitzplätze, eine gewaltige Zahl für eine Stadt dieser Größenordnung. Die Arena war tief in den Erdboden eingegraben, ähnlich wie in früheren Zeiten natürliche Vertiefungen zum Zwecke der Schaukämpfe verwendet wurden. Erst ein halbes Jahrhundert später wurden vergleichbare Bauten in Rom errichtet. Im Zentrum der damaligen Welt wurden Duelle zuerst auf Marktplätzen und dann auf dem Forum Romanum ausgetragen, zeitweilig wurden dort auch Gerüste für Zuschauer errichtet. Im Jahre 53 v Chr. wurde von dem jungen Politiker Gaius

Scribonius Curio eine Arena aus Holz aufgebaut. Amphitheater aus Holz waren bei einem Brand eine Todesfalle für Zuschauer und Gladiatoren gleichermaßen. In einzelnen Fällen brach das Amphitheater sogar zusammen. Im Jahre 27 v. Chr. passierte eine solche Katastrophe: Ein gewisser Freigelassener Atilius hatte in einer Stadt nördlich von Rom ein Amphitheater aus Holz errichten lassen, aber ohne einen festen Untergrund für das Fundament zu suchen und ohne den Holzbau mit starken Verbindungsklammern zu sichern. Abertausende Zuschauer strömten herbei, so etwas bekam man ja nicht alle Tage geboten und Rom war nicht weit. Das überfüllte Bauwerk stürzte in sich zusammen, 50000 Menschen wurden verletzt oder getötet.

 

Der Name des Kolosseums war ursprünglich kein Hinweis auf die gewaltigen Ausmaße des Gebäudes.

 Das Amphitheatrum Flavium,

so der eigentliche Name, wurde vielmehr im Volksmund so genannt, weil es sich direkt neben einer Kolossalstatue des Nero befand. Diese war 34 Meter hoch und mit Bronze verkleidet und stand schon vor Baubeginn an dieser Stelle. Unter Kaiser Hadrian gelang das Kunststück, die Statue stehend zu verrücken, als man den Tempel der Venus und der Roma bauen wollte. Sie wechselte mehrfach ihr Gesicht, von Nero wurde sie zu einem Sonnengott und später dann zu Kaiser Commodus. Der Sockel verschwand erst auf Befehl Mussolinis unter Via dei Fori Imperiali (siehe Kaiserforen), wurde aber inzwischen wieder ausgegraben.

Das Kolosseum ist mit 527 Metern Umfang und einer Höhe von 54 Metern das größte dieser Art. 73 n. Chr. begann der Bau im Auftrag des Kaisers Vespasian (aus dem Geschlecht der flavii).

Als Standort wurde ein künstlicher See im Palast des Nero (domus aurea) gewählt, in den ein 13 Meter dickes Betonfundament gegossen wurde. 40.000 Sklaven stellten den ellipsenförmigen Bau (Achsenlänge 188 zu 156 Meter) unter Verwendung von ca. 100.000 Kubikmetern Travertin und 300 Tonnen Eisen fertig.

Die aus Tivoli stammenden Travertinblöcke wurden nicht vermauert. Um möglichst vielen Zuschauern einen guten Blick zu gewähren, wurden die Sitzreihen fast übereinander gebaut. Um Drängeleien zu vermeiden, gab es 80 Eingänge, die die 50 bis 75.000 Zuschauer über ein System von Gängen und Treppen zu ihren nummerierten Plätzen führten. In wenigen Minuten konnte man das Theater so leeren oder füllen.

Die Aufgänge und Bogenreihen sind bis heute teilweise gut erhalten. Die vielen Bögen lassen die enormen Steinmassen fast gewichtlos erscheinen. Zum gleichen Zweck verwendete man unten große dorische, in der Mitte leichtere ionische und oben korinthische Säulen. Am oberen Rand ragen Stützsteine aus der Mauer. Auf diese waren insgesamt 240 Holzbalken gestellt, über die mittels eines Systems aus Seilzügen und Winden ein Sonnensegel gespannt werden konnte. In der Antike galt Blässe als vornehm, denn nur Sklaven und sozial schlechter gestellte mussten in der Sonne schuften

 

Im Jahre 80 n. Chr. eröffnete Kaiser Titus das Kolosseum: Ein gewaltiges Bauwerk, dessen äußere Weite 187x155 Meter beträgt und 45000 Sitz- sowie 5000 Stehplätze bot. Die Zuschauer erreichten ihre Plätze über 76 Bogengängen, die die Außenmauern durchbrachen, zwei andere waren für den Kaiser und zwei weitere für die Gladiatorenprozessionen reserviert. Unter der Arena befand sich ein Netz von Gängen für Bühneneinrichtungen, Tierkäfige und Speicherräume.

Kolosseum in Zahlen

 

Höhe (außen):

Tiefe des Fundaments (röm. Beton):

Durchmesser der Ellipse (außen):

Durchmesser der Ellipse (innen):

Neigung des Zuschauerraum:

Sitzplatzreihen:

Sitzplätze:

Stehplätze:

Travertinblöcke (verbaut):

Beton:

48,5 m

12 m

188 m

156 m

37°

50

50000

10000

100000 m³ ; 300 t

230000 m³ ; 414000 t;

 

 

Vergleich: Kosten Damals - Heute

Kolosseum:

 

100000 m³ Travertin(Materialpreis):

120.000.000 DM

Arbeitslohn bei 400.000 Standartblöcken:

1.856.000.000 DM

für Sonderformate:

1.000.000.000 DM

Transportkosten (Tibur-Rom):

187.000.000 DM

Betonfundament:

55.200.000 DM

übrige Betonarbeiten:

4.800.000 DM

Statuenschmuck:

3.200.000 DM

Sonstiges (Sonnensegel, Verwaltung,....):

4.000.000.000 DM

Summe:

7.226.200.000 DM

 

 

.D.h.: ein Sitzplatz kostete 144.524 DM

Olympiastadion in München

Kosten: 260.000.000 DM

D.h.: ein Sitzplatz kostete 3757 DM (69200 Plätze)

 

 

Material und Stil

Es wurden 3 verschiedene Baustile verwendet:

1. Geschoss: dorisch

2. Geschoss: ionisch

3. Geschoss: korinthisch

4. Geschoss: korinthisch

Material:

-Römischer Beton

caementum (Zuschlagsstoff)+materia (Mörtel)=opus caementum (Beton)

-Marmor

-Ziegel

-Travertin

[Home] [Circus Maximus] [Kollosseum]